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Erneuerbare Energie

Mortler: Dieseltraktor ist ein Auslaufmodell

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 17.06.2021 - 16:38

Die EU-Abgeordnete Marlene Mortler (CSU) spricht sich für Alternativen zum Dieselkraftstoff in der Landwirtschaft aus. Sie sieht auch Unsicherheiten bei Agrardiesel.

Mortler Marlene-CSU-EU-Parlament

Die Europaabgeordnete Marlene Mortler (CSU) warnt vor einem Festhalten an fossilem Diesel als Treibstoff für landwirtschaftliche Maschinen - auch aus wirtschaftlichen Gründen. „Durch die CO2-Besteuerung wird Diesel von Jahr zu Jahr teurer“, gab die CSU-Politikerin Anfang der Woche bei einem Webinar zu bedenken, berichtet Nachrichtendienst Agra-Europe. Auf Einladung des Beratungsnetzwerks „Land Schafft Energie“diskutierten Experten aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik, was „Traktoren morgen tanken“.

Zudem sei aktuell völlig offen, ob die Steuerbegünstigung für Agrardiesel in der neuen Legislaturperiode im Bundestag noch einmal verlängert werde, erklärte die bayerische EU-Abgeordnete. Gemessen an den fossilen Energieträgern seien Bioenergie und Solarstrom vergleichsweise billig. „Ich halte es deshalb für falsch, dem fossilen Diesel-Traktor bis 2050 sein Gnadenbrot zu geben; wir sollten stattdessen vorzeitig umsteuern“, so Mortler.

Neue Technologien vorantreiben

Mortler will den Abschied von fossilen Treibstoffen nicht mit Verboten vorantreiben, sondern hält den Umstieg mit einer technologischen Effizienzoffensive für erreichbar. „Wenn wir heute die Weichen richtig stellen, können wir den Verbrauch fossiler Ressourcen innerhalb kurzer Zeit ohne Komfortverlust halbieren und durch erneuerbare Energien ersetzen“, zeigte sich die Europaparlamentarierin vor rund 100 Teilnehmern des Webinars überzeugt.

Sie erinnerte daran, dass das Verwenden von pflanzenölbasierten Kraftstoffen nicht nur den Import fossiler Energien überflüssig mache, sondern auch einen Beitrag zur Versorgung der Tierhalter mit Eiweiß aus heimischen Quellen leiste. Damit der Umstieg auf alternative Antriebe möglichst rasch gelinge, müssten Flex-Fuel-Motoren finanziell ebenso gefördert werden wie die Elektrifizierung von Traktoren. Parallel dazu müssten passende Vermarktungsstrukturen etabliert werden, beispielsweise dezentrale genossenschaftliche Ölmühlen.

 

Mit Material von AgE
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