Auftakt

Minister liefern sich Fernduell im Spargelstechen

Aiwanger Spargelstechen
Helga Gebendorfer, Ursula Lux, Philipp Seitz
am Donnerstag, 15.04.2021 - 06:56

Der Spargel ist Bayerns bedeutendste Gemüseart. Gleich zwei Staatsminister eröffneten die Spargelsaison im Freistaat und lieferten sich ein Fernduell.

Vor der Bundestagswahl hat sich der Wahlkampf auch auf das Spargelfeld verlagert. Gleich zwei Staatsminister eröffneten in dieser Woche die bayerische Spargelsaison. Den Anfang machte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Montag, 12.04.2021, im unterfränkischen Untereuerheim, zwei Tage später griff Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern im oberbayerischen Schrobenhausen zum Spargelstecher.

Ministerin Kaniber beim Spargelstechen

Im Fernduell der spargelstechenden Minister hatte Aiwanger am Ende die Nase vorne, Schnelligkeit und Technik stimmten. Beherzt stach der Wirtschaftsminister zu und zog innerhalb weniger Sekunden den Spargel aus der Erde. Mehr Respekt vor der Aufgabe hatte da Landwirtschaftsministerin Kaniber, die sich wacker schlug. Auf Anhieb klappte es aber nicht ganz: „Ich habe ihn leider zu schlank geschnitten“, räumte die CSU-Politikerin ein. Die fränkische Spargelkönigin Christiane Reinhart beruhigte: Es sei noch genug Spargel zum Ernten da.

Der aus Niederbayern stammende Aiwanger verriet dem Wochenblatt, dass der Spargelanstich für ihn eine Premiere gewesen sei. Parallelen erkannte er zur Politik: „Wenn man irgendwo hineinsticht, weiß man nicht, was dabei herauskommt.“ Und beim Glattstreichen des Bifangs mit der Kelle verkündete Aiwanger: „Gemauert habe ich auch schon.“

Eine Saisoneröffnung im kleinen Kreis

Eines hatten die beiden Saisoneröffnungen in Unterfranken und Oberbayern gemeinsam: Alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß, ein Fest war es heuer aber nicht. Coronabedingt konnte nur im kleinsten Kreis gefeiert werden. Am Spargelfeld der Familie Reinhart in Untereuerheim eröffnete die Staatsministerin bei eisigen Aprilwetter die Saison. Und das, obwohl es der Spargel eigentlich eher „feucht und warm mag“, wie die fränkische Spargelkönigin Christiane Reinhart verriet. Kaniber betonte, dass es sich beim Spargel nicht „um irgendein Gemüse, sondern um ein exzellentes Qualitätsprodukt“ handele.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat im unterfränkischen Untereuerheim die bayerische Spargelsaison offiziell eröffnet. Hier sehen Sie den Spargelanstich im Video:

Der Spargel ist Bayerns bedeutendstes Gemüse, er wird auf 4000 ha sandiger Ackerfläche angebaut. Jeder Deutsche verzehrt 1,3 kg Spargel jährlich. Kaniber betonte, dass „Kenner und Gourmets bewusst auf Importspargel verzichten“, denn sie wüssten, „Spargel von Bayerns Feldern kommt in der Regel noch am Tag der Ernte auf den Teller“.

Eröffnung der bayerischen Spargelsaison 2021

Eröffnung der Spargelsaison
Spargel
Eröffnung der Spargelsaison
Spargelsaison Kaniber
Spargelfeld in Abensberg
Spargelernte
Spargel
Eröffnung der bayerischen Spargelsaison
Spargel
Spargel
Schrobenhausener Spargelkönigin Juliane Wenger
Aiwanger bei der Spargelernte
Spargelanstich in Schrobenhausen
Spargelernte in Schrobenhausen
Spargelernte in Schrobenhausen
Spargelernte in Schrobenhausen

Dies bestätigte auch Reinhart, die den Tagesablauf während der Spargelernte vorstellte: Der beginne morgens um sieben Uhr mit dem ersten Stechen und ende oft erst gegen 22 bis 23 Uhr.

Das bedeutendste Gemüse im Freistaat

Im Schrobenhausener Anbaugebiet erzeugen 70 Spargelbetriebe auf 650 Hektar rund 5000 Tonnen Spargel, der das Qualitätssiegel „Schrobenhausener Spargel g.g.A.“ trägt. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger appellierte, das „weiße Gold“ bei den heimischen Bauern vor Ort einzukaufen, denn sie überzeugen nach den Worten des stellvertretenden Ministerpräsidenten mit Qualität und Frische.

Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsident Hubert Aiwanger eröffnete im oberbayerischen Schrobenhausen die Spargelsaison für das Schrobenhausener Anbaugebiet. Im Video sehen Sie, wie sich der Minister beim Spargelstechen gemacht hat:

Die Coronapandemie hat Auswirkungen auf den Spargelanbau in Bayern. Während die Spargel-Anbaufläche seit Jahren zugenommen hatte, ist sie im vergangenen Jahr erstmals um knapp fünf Prozent gesunken. Gut sei, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber betonte, dass auch die Erntehelfer einreisen konnten. Dies bestätigte Miriam Adel, Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Franken. Mit enormem Aufwand habe man neue Unterkünfte geschaffen.