Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Saisonkräfte

Mindestlohn: Kosten, Kosten und kein Ende

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 03.06.2022 - 12:00

Bundestag stimmt für Erhöhung des Mindestlohns.Bauernpräsident Joachim Rukwied verlangt sofortiges Einfrieren des Gesetzes.

Saisonkräfte-Spargel

Als ob Spargel- und Erdbeerbauern derzeit aufgrund schwacher Nachfrage nach ihren Produkten und sinkenden Preisen nicht schon besonders unter Druck stehen, ab 1. Oktober kommen auf sie auch noch höhere Lohnkosten zu. Denn der Bundestag hat am Freitag (3.6.) den Mindestlohn auf 12 € pro Stunde erhöht.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, kritisiert die Verabschiedung des Mindestlohnerhöhungsgesetzes. Er fordert ein sofortiges Einfrieren des derzeitigen Gesetzgebungsprozesses. Aus seiner Sicht kommt die Erhöhung zur Unzeit. Wenn man die sogenannte Zeitenwende wirklich ernst nehmen würde, dann müsste diese Erhöhung des Mindestlohns spätestens jetzt ausgesetzt werden.

Rukwied warnt vor mehr Importen

„Damit wir Landwirte überhaupt weiter wirtschaften können, müssen wir diese Kosten auch an die Verbraucher weitergeben“, so der Bauernpräsident. Sollte für die Obst-, Gemüse- und Sonderkulturbetriebe keine Preiserhöhungen marktbedingt möglich sein, werde die Produktion ins Ausland abwandern, warnt Rukwied. Der jetzt schon niedrige Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse würde weiter sinken und die Importabhängigkeit weiter zunehmen.“

Inwieweit diese Betriebe von der geplanten Krisenhilfe des Bundes über 180 Mio. € profitieren, ist unsicher. Bisher hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir noch keine gesetzlichen Grundlagen auf den Weg gebracht. Dabei drängt die Zeit. Bis September soll das Geld auf den Betrieben sein. Wie zu hören ist, ist aber eine betriebliche Obergrenze von 15.000 € im Gespräch.

Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt