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Agrarförderung

Milliardenhilfe für US-Milchfarmer

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 23.08.2021 - 08:00

Das US-Agrarministerium plant wegen Corona ein umfangreiches Hilfspaket für seine Bauern.

USA-Milchviehstall

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat die Einzelheiten zu dem bereits im Juni angekündigten Hilfsprogramm für Milcherzeuger wegen pandemiebedingter Marktschwankungen bekanntgegeben. Demnach stellt das Ressort für rund 350 Mio. US-Dollar (297 Mio. Euro) bereit, um durch die Corona-Pandemie verursachte Umsatzeinbußen der Milchviehhalter abzufedern.

Das Hilfsprogramm erstattet Betrieben mit einer Jahresmilchproduktion von bis zu rund 2,3 Mio. kg 80 % der Erlöseinbußen in den Monaten Juli bis Dezember 2020. Die Höhe der Zahlungen ist regional unterschiedlich und orientiert sich an den tatsächlichen Umsatzrückgängen für gemeinsam vermarktete Milch.

Sicherheitsnetz angepasst

Das USDA werde die Zahlungen über Vereinbarungen mit unabhängigen Händlern und Genossenschaften leisten, erklärte Ressortchef Tom Vilsack. Die dabei entstehenden Verwaltungskosten würden erstattet. Dies sei der erste Schritt, um der Milchwirtschaft zu helfen, sich von der Pandemie zu erholen und widerstandsfähiger zu werden.

Diese Unterstützung ist dem Minister zufolge Teil eines größeren Hilfspakets mit einem Budget von insgesamt 2 Mrd. US-Dollar (1,7 Mrd. Euro), darunter 400 Mio. US-Dollar (340 Mio. Euro) für ein neues Milchspendenprogramm, um die unzureichende Versorgung mit Lebensmitteln zu bekämpfen und Lebensmittelverschwendung und -verluste zu verringern. Außerdem seien 580 Mio. US-Dollar (493 Mio. Euro) vorgesehen, um Gewinnmargen kleiner und mittlerer Milcherzeugerbetriebe zu sichern.

Zudem werde im Sicherheitsnetzprogramm für die Milchbauern die Futterkostenformel aktualisiert, teilte der Minister weiter mit. Diese Änderung solle rückwirkend ab Januar 2020 gelten und werde voraussichtlich zusätzliche Zahlungen von insgesamt rund 100 Mio. US-Dollar (85 Mio. Euro) auslösen. Diese Maßnahme ist laut Vilsack nicht der Pandemiehilfe zuzurechnen und wird die Milchwirtschaft in den kommenden zehn Jahren mit schätzungsweise insgesamt 800 Mio. US-Dollar (680 Mio. Euro) aus dem Agrarhaushalt unterstützen.

Mit Material von AgE
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