Wirtschaftsjahr 2017/2018

Milchpreis stützt Bauerneinkommen

agrarpolitischer Bericht
Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Montag, 21.10.2019 - 16:40

Der Agrarpolitische Bericht 2019 des Bundeslandwirtschaftsministeriums gibt Aufschluss über die Einkommenslage der Bauern..

Berlin/München - Die Einkommen landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetriebe in Deutschland haben im Wirtschaftsjahr 2017/18, getrieben von höheren Milchpreisen, nochmals deutlich zugelegt. Allerdings haben sie damit erst wieder das Niveau erreicht, das sie in den Wirtschaftsjahren 2012/13 und 2013/14 hatten. Das geht aus dem Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung hervor, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwoch vorgestellt hat.

Demnach betrug der Gewinn je Haupterwerbsbetrieb in 2017/18 65 662 €, ein Plus von 14,8 % gegenüber dem Vorjahr. Erreicht wurde so ein Niveau letztmals in 2013/14, als der Gewinn je Unternehmen bei 63 380 € gelegen hatte. Die Jahre dazwischen waren hingegen deutlich schwieriger für die Landwirte. So lag der Gewinn in 2015/16 etwa nur bei 41 251 €.

Positiv auf die Gewinnentwicklung im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich laut dem Bericht insbesondere Anstiege bei den Erlösen für Milch (+22,9 % gegenüber 2016/17), Rinder (+10,4 %) und aus Handel, Dienstleistungen und Nebenbetrieben (+4,5 %) aus. Negativ schlugen ein Rückgang bei den Erlösen für Schweine (-7,5 %), teurere Futtermittel (+6,2 %) und gestiegene Abschreibungen (+4,2 %) zu Buche.

Minus bei Schweinehaltern und Acekrbauern

Der Gewinn von Veredelungsbetrieben ging, wegen der schlechteren Preise für Mastschweine und Ferkel, gegenüber dem Vorjahr um 28 % zurück. Stark rückläufig waren auch die Einkommen im Ackerbau. Sie verschlechterten sich gegenüber 2016/17 um weitere 6,9 %. Als Gründe hierfür gibt der Bericht eine mäßige Raps- und Getreideernte bei gut versorgten Weltmärkten an. Für nicht spezialisierte Gemischtbetriebe sanken die Gewinne ebenfalls um knapp 7 %.

Bayern an dritter Stelle im Einkommensvergleich

Im Ländervergleich steht Bayern mit einem Plus von 22,1 % bei der Einkommensentwicklung an dritter Stelle hinter Mecklenburg-Vorpommern (+247,9 %) und Schleswig-Holstein (+34,0 %). Begründet wird der starke Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern mit einer schlechten Ausgangslage in 2016/17, bedingt durch massive Gewinnrückgänge im Ackerbau.

Immer noch positiv, wenngleich mit 11,2 % nicht ganz so ausgeprägt, waren die Gewinnzuwächse bei Klein- und Nebenerwerbsbetrieben. Auch hier spielte der bessere Milchpreis eine entscheidende Rolle.

Ökobetriebe übertreffen die konventionellen

Im ökologischen Landbau liegen die Einkommen seit dem Wirtschaftsjahr 2014/15 über den Durchschnittseinkommen konventioneller Betriebe. Dafür fiel der Einkommenszuwachs in 2017/18 gegenüber dem Vorjahr auch nicht so deutlich aus. Während ein konventioneller Betrieb je Arbeitskraft ein Plus von 13,1 % verzeichnen konnte, waren es im ökologischen Landbau nur 2,8 %. Insgesamt lagen die Gewinne mit 64 419 € (konventionell) und 66 649 € (ökologisch) je Betrieb in 2017/18 relativ nah beieinander.

Für beide Betriebsformen gilt, dass die Gewinne zum Großteil auf staatliche Förderung zurückzuführen sind. So erhielt ein konventioneller Durchschnittsbetrieb in 2017/18 gut 35 000 € aus Direktzahlungen und Zuschüssen, für einen ökologischen Betrieb waren es sogar knapp
56 800 €.

Der Agrarbericht wird alle vier Jahre von der Bundesregierung herausgegeben. Seine Ergebnisse basieren auf einem Testbetriebsnetz des BMEL. Darin werden Buchführungsabschlüsse repräsentativer Betriebe ausgewertet. Der durchschnittliche konventionelle Haupterwerbsbetrieb darin hat eine Flächenausstattung von 91,9 ha und liegt damit deutlich über dem bayerischen Durschnitt. Dieser lag, laut Bericht, für den Haupterwerb in 2017/18 bei 59,9 ha.