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Milchmarkt

Milchpreis muss schnell und massiv steigen

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Redaktion Wochenblatt
am Dienstag, 03.05.2022 - 12:33

BBV-Milchpräsident Günther Felßner fordert schnelleren Anstieg der Milchauszahlungspreise. Woher kommt die aktuelle Milchknappheit?

Milch

Die bayerische Milchproduktion steht vor einer Zeitenwende. Dieser Auffassung ist BBV-Milchpräsident Günther Felßner. Denn: die Milch wird knapp!

Milch wird knapp und die Knappheit werde sich in den nächsten Monaten aus verschiedenen Gründen deutlich verschärfen, so Felßner. „Der Milchpreis muss jetzt schnell und massiv steigen. Wir werden in Kürze deutlich über 50 Cent sehen, bei massiv steigenden Gestehungskosten für die Bauern“, betont der Milchpräsident.

Versorgungslage ist weltweit knapp

Wie kommt es zu dieser Milchknappheit?

  • Weltweit ist die Versorgungslage mit Rohmilch bei steigender Nachfrage knapp.
  • Die Kostenexplosionen bei Energie, Dünge- und Futtermitteln belasten die Betriebe, was die Erzeugungsmengen auf den Betrieben einschränken wird.
  • Auch steigende Milchpreise ziehen die Produktionsmenge nicht wie in der Vergangenheit nach oben, da die nötigen Dünger- und Kraftfuttermengen zu teuer oder gar nicht verfügbar sind.
  • Der Getreidepreis hat sich ebenfalls in Jahresfrist verdoppelt, wohingegen der Milchpreis bisher viel langsamer angestiegen ist. In Ackerbauregionen werde Getreide deshalb eher verkauft, als in die Futterration eingebunden.

Milchleistung geht zurück, Strukturbruch droht

„Im laufenden Anbaujahr werden Landwirte versuchen, Milch verstärkt nur über Grundfutter zu erzeugen. Deshalb wird auch die Milchleistung pro Kuh zurückgehen. Alles hängt deshalb am schnelleren Anstieg der Milchpreise. Das geht gerade viel zu langsam“, sagt Felßner.

Außerdem befürchtet er, dass durch Vorschriften wie DüVO und neue Tierhaltungsvorgaben Tierbestände weiter reduziert oder verkleinert werden müssen. Zudem würden so wenige neue Kuhställe gebaut wie noch nie; die ausscheidenden Kuhplätze würden also nicht wie bisher durch Neubauten ersetzt.

Hinzu käme die hohe Zahl der Bauernhöfe mit Anbindehaltung – in Bayern ist das die Hälfte der Ställe. „Diese Betriebe wurden auf Druck des LEH mit Milchgeldabzügen bestraft und werden zum Ausstieg genötigt. Diese Strafabzüge sind umgehend zu beenden. Sonst erlebt die bayerische Milcherzeugung einen totalen Strukturbruch“, sagt Felßner.

Bayerische Milchproduktion sichern

„Um die bayerische Milchproduktion für die Zukunft zu sichern, fordere ich nochmals einen deutlich schnelleren und dauerhaften Anstieg der Milchauszahlungspreise und endlich das Schaffen verlässlicher Zukunftsperspektiven durch Politik und Handel. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir bis zu 15 Prozent der Milchproduktion verlieren.“

Mit Material von Bayerischer Bauernverband