Milchmarkt

Milchpreis: Milchdialog will Butterkontrakte neu verhandeln

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 12.01.2021 - 10:14

Das Verbändebündnis Milchdialog will kurzfristig die Butterkontrakte neu verhandeln. Die Verbände machen Druck auf Molkereien und Handel.

Butter-Päckchen-offen

Die am Milchdialog teilnehmenden Verbände und Organisationen halten die Diskussionen und das erneute Ping-Pong-Spiel zwischen Handel, Verarbeitern und Politik für wenig zielführend, wer wie viel Verantwortung für die aktuellen Butterpreissenkungen trägt. Stattdessen will man kurzfristig die Butterkontrakte neu verhandeln.

„Wir dürfen über der Schuldfrage nicht vergessen, dass es weitaus wichtiger ist, jetzt konstruktiv nach vorne an Lösungen für eine höhere Wertschöpfung für die Erzeuger zu arbeiten“, fordern die Teilnehmer des Milchdialogs. Die beteiligten Verbände machen deutlich, dass alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen müssen, wenn es darum geht, den Landwirtinnen und Landwirten eine höhere Wertschöpfung zu ermöglichen.

Dass die aktuelle wirtschaftliche Situation für die Landwirtschaft nicht tragbar ist, dürfte mittlerweile wohl Konsens sein, so das Verbändebündnis. Vereinbarungen zwischen Handel und Landwirten sind wenig sinnvoll, wenn sich die Verarbeiter als unmittelbare Marktpartner weiterhin komplett wegducken.

Butterkontrakte neu verhandeln

Sollte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) also – so wie uns avisiert – zu einem Spitzengespräch einladen, fordert der Milchdialog die Molkereien auf, sich an diesem Gespräch aktiv zu beteiligen, um Lösungen statt Schuldfragen zu erörtern. Die kurzfristige Öffnung der bestehenden Kontrakte als schnellstes Mittel, um Geld auf die Betriebe zu bringen, müsse dabei unbedingt Teil des Gesprächs sein, formulieren die Erzeugerverbände ein klares Ziel.   

Dazu haben sich die am Milchdialog teilnehmenden Verbände und Organisationen Ende vergangener Woche intensiv über die zahlreichen Forderungen, Ideen und Vorschläge, die im Zuge der Aktionen der Bäuerinnen und Bauern präsentiert wurden, beraten.
 

Einigkeit nötig

„Zielsetzung unseres Dialogs war immer, die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Verbände und Organisationen zusammenzuführen, die sich ausschließlich für die Interessen der Bäuerinnen und Bauern einsetzen, um in wichtigen Schnittpunkten mit einer starken Stimme zu sprechen. Das ist uns bisher trotz teilweise unterschiedlicher Auffassungen sehr gut und sehr konstruktiv gelungen“, erklären die Teilnehmer des Milchdialogs.

Das Verbändebündnis kommt dabei zum Schluss, dass für eine kurzfristige Preiserhöhung andere Instrumente nötig seien als für die mittel- und längerfristige Umsetzung höherer Erzeugerpreise. Man dürfe den Verhandlungspartnern nicht den Gefallen tun, sich in Detaildiskussionen zu verlieren. Nötig sei eine sorgfältige argumentative und strategische Vorbereitung.