Milchpolitik

Milchpreis: BDM sieht eklatante Fehler in Sektorstrategie

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 03.02.2021 - 09:25

Das aktuelle Geschehen am Milchmarkt nimmt der BDM zum Anlass, die Sektorstrategie in Frage zu stellen.

Der Bund Deutscher Milchviehalter ist laut seinem Vorsitzenden Stefan Mann erstaunt, dass sich auch der Bauernverband fragt, ob und inwiefern die angekündigten Preissenkungen von Molkereien um rund 2 Cent/kg und Lebensmittelhandel tatsächlich mit der aktuellen Marktlage marktwirtschaftlich begründbar seien. Die Aufregung des DBV-Milchpräsidenten Karsten Schmal darüber hält Mann für unglaubwürdig.

Eigentlich arbeiten die Molkereiwirtschaft und der Bauernverband in ihrer Sektorstrategie 2030 eng zusammen – angeblich um die Probleme des Milchmarkts auf Branchenebene zu lösen, so Mann. Und es stehe außer Frage, dass die fehlende Wertschöpfung und fehlende Wirtschaftlichkeit der Betriebe zentrale Probleme seien, die es zu lösen gelten.

"Wir können jedoch nicht erkennen, dass es in dieser Sektorstrategie 2030 irgendeinen Ansatz dafür gibt, dass sich die Milcherzeugerpreise erhöhen könnten. Stattdessen haben sich die Präsidenten und Vorstände der hier vertretenen Verbände bisher in engem Schulterschluss vor allem auf Maßnahmen verständigt, die weitere Kosten für die Milchviehbetriebe bedeuten: sei es die Branchenkommunikation, die letztlich von den Milchviehhalterinnen und Milchviehhaltern zu bezahlen ist oder weitere Nachhaltigkeitsmodule für QM-Milch“, kritisiert der BDM-Vorsitzende. Der BDM hat an der Sektorstrategie mitgearbeitet, aber am Ende das Abschlusspapier nicht unterschrieben.

Kein Verlass auf Marktpartner

"Wenn sich jetzt DBV-Milchpräsident Karsten Schmal über die angekündigten Milchpreissenkungen der Molkereien aufrege, ist das nicht glaubwürdig", meint Mann. Wer zuerst alle marktwirtschaftlichen Überlegungen, wie die Bäuerinnen und Bauern eine bessere Marktstellung und eine höhere Wertschöpfung erzielen können, vom Tisch wische, dürfe sich hinterher nicht verwundert zeigen, wenn alles genauso weiterlaufe wie bisher. Der DBV hat laut BDM-Vorsitzenden daran mit aller Kraft mitgewirkt. 

Für die nächste Milchgeldabrechnung zeichnet sich erneut weiteres Ungemach für die milchviehhaltenden Betriebe ab. Vor allem die so genannten Leuchttürme der Molkereiwirtschaft haben Erzeugerpreisrückgänge von 2 Cent/kg Milch angekündigt. Dabei zieht laut BDM innerhalb der Branche niemand ernsthaft in Zweifel, dass auf den bäuerlichen Betrieben ganz im Gegenteil deutlich höhere Preise benötigt werden.

„Die Bäuerinnen und Bauern müssen sich schon selbst auf die Hinterbeine stellen, wenn sie sich mit einem „Weiter so wie bisher“ nicht abfinden wollen. Auf ihre Marktpartner dürfen sie keine großen Hoffnungen setzen, das wird einmal mehr deutlich“, unterstreicht der BDM-Vorsitzende.

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