Landwirtschaft und Umwelt

Mikroplastik im Boden

mikroplastik
Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Freitag, 22.01.2021 - 10:48

Deutsche Forscher belegen: Mikroplastik belastet landwirtschaftlich genutzte Böden weltweit.

Mikroplastik belastet landwirtschaftlich genutzte Böden weltweit. Das geht aus einer Analyse von 23 wissenschaftlichen Studien hervor, die Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin jetzt vorgelegt haben. Die Forscher führen den Eintrag von Mikroplastik vorwiegend auf Klärschlämme und Mulchfolien zurück. Die Klärschlämme bringen dabei bis zu zehn Mal mehr Belastung als die Folien.

Hotspots sind stadtnahe Gebiete

Noch eines macht die Studie deutlich: Ein Hotspot für den Unrat mit den kleinsten Plastikteilchen sind Städte und stadtnahe Siedlungsgebiete; auch dort ist die Konzentration von Mikroplastik um den Faktor zehn erhöht. Die Unterschiede zwischen den Ländern des globalen Nordens und den sich entwickelnden Staaten sind laut der Studie eher gering. Gemessen worden seien übliche Konzentrationen von bis zu 13 000 Partikeln in einem Kilogramm Boden. Das entspricht 4,5 mg Mikroplastik. Diese Menge liegt im Bereich von Werten, bei denen sich in Laborstudien schädliche Effekte auf Bodenorganismen gezeigt hätten und zu befürchten seien.

Was ist mit Wäldern und Brachflächen?

Insgesamt sehen die Autoren der Studie großen Forschungsbedarf: Weder zu Wäldern, Naturschutzgebieten und Brachflächen, noch zu Eintragspfaden wie Reifenabrieb, Müll und Bewässerungswasser lägen Daten vor. Selbst bei guter Datenlage bestünden noch Defizite in der Erfassung. In fast allen ausgewerteten Studien hätten Angaben zur Bodenart gefehlt. Auch Aussagen zur Entwicklung der Standorte hinsichtlich der Nutzung oder der Eintragspfade seien nicht zu finden gewesen.

Besonders wichtig seien Angaben zum Bodentyp und zu biologischen, physikalischen und chemischen Parametern, da davon auszugehen sei, dass die verschiedenen Arten von Mikroplastik in unterschiedlichen Böden anders gespeichert und transportiert würden. Die Grundkennzeichnung des Bodens sei notwendig, um Schlüsse ziehen zu können über die schädigende Wirkung von Mikroplastik auf das Ökosystem.