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Karpfhamer Fest/Rottalschau

Markus Söder stellt sich hinter die Bauern

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Gerd Kreibich
am Samstag, 03.09.2022 - 18:47

Karpfhamer Fest: Ministerpräsident Markus Söder nimmt die agrarpolitische Steilvorlage von Wirtschaftsminister Aiwanger auf und stellt sich demonstrativ hinter die Landwirte.

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Nach der agrarpolitischen Steilvorlage, die Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Freitag bei einem Auftritt im Bierzelt geliefert hatte, ließ sich auch Markus Söder nicht lumpen und er brach nicht nur eine Lanze für die heimische Landwirtschaft, sondern gleich mehrere.

Kern seiner Aussagen: „Lasst die Bauern ihre Arbeit machen, denn die wissen, wie man das macht und wie man es vor allem gut macht“, stellte er klar. Es verärgere ihn selbst, wenn er von Kontrollen höre, die in der Erntezeit durchgeführt werden, „das geht doch gar nicht“, machte er klar. Es könne nicht sein, so der Ministerpräsident, „dass ein bäuerlicher Betrieb öfter und schärfer kontrolliert wird wie ein Atomkraftwerk“.

Das „Karpfhamer Fest“ als eines der größten Volksfeste im Freistaat war am Samstag die Bühne für Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Dabei widmete er sich auch ausführlich dem Bereich „Landwirtschaft“, ist Karpfham doch traditionell der frühherbstliche Treffpunkt von Bäuerinnen und Bayern aus ganz Südbayern, nicht zuletzt wegen der Rottalschau, der großen Agrarmesse mit über 600 Ausstellern.

Die Seele Bayerns ist der ländliche Raum

Markus Söder hatte schon zu Beginn seiner Rede klargestellt, dass er in der Politik der Bundesregierung zu viele Schwerpunkte in der Arbeit für Großstädte und Ballungszentren sehe: „Für mich gilt immer noch: die Seele Bayerns, das ist der ländliche Raum“. Hielt er fest. Er lobte die Bäuerinnen für ihren Einsatz für gutes Essen, für die Pflege der Kulturlandschaft und der Umwelt, aber auch für die Pflege von Gemeinsinn und Traditionen auf dem Land: „Eure Arbeit hat Respekt und Dank verdient, und nicht Misstrauen und Kontrolle“, rief er unter Applaus der Besucherinnen und Besucher aus. Nicht ohne Grund seien Lebensmittel aus Bayern echte Exportschlager, „das liegt doch daran, dass sich unsere Bäuerinnen und Bauern an hohe Standards halten, weil sie ihre ihre Arbeit lieben“.

Aus Berlin dürfen nicht nur Knüppel zwischen die Beine kommen

Von der Bundespolitik forderte er in deutlichen Worten, der Landwirtschaft nicht immer Knüppel zwischen die Beine zu werfen, sondern sich in Deutschland und Europa für eine vernünftige Agrarpolitik einzusetzen.

Vor der Rede des Ministerpräsidenten hatte die Bad Griesbacher CSU-Politikerin Stefanie Greil-Lidl in ihrer Begrüßungsansprache konkrete Agrar-Probleme der Region auf die Tagesordnung gesetzt: Sie forderte Markus Söder dazu auf, alles dafür zu tun, dass die Landwirtschaft in der Region wieder Ausgleichzahlungen für Ungunstlagen erhalten – eben diese Möglichkeit der Förderung war gestrichen worden. Die Region sei landwirtschaftlich geprägt, ohne die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gäbe es die Kulturlandschaft nicht –und diese ist im Tourismus ein wichtiger Faktor.