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Personalie

Marcel Huber zieht sich aus der Politik zurück

Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Donnerstag, 13.01.2022 - 11:16

Bayerns früherer Umweltminister Marcel Huber (CSU) legt nach fast 20 Jahren sein Landtagsmandat nieder und zieht sich aus der Politik zurück.

CSU-Politiker

Der Hintergrund ist familiär: Seine Frau ist an Krebs erkrankt. „Ich war wenig zu Hause“, sagte er dem „Münchner Merkur“ mit Blick auf seine politische Tätigkeit. „Jetzt ist mein Platz an der Seite meiner Frau. Punkt.“ Seit 1982 sind die beiden verheiratet, sie haben drei Kinder.

Das Bedauern ist parteiübergreifend groß. Auch die Opposition beschreibt den 64-jährigen als bodenständig, uneitel und verlässlich. Vor seinem Einzug in den Landtag als Mühldorfer CSU-Direktkandidat im Jahr 2003 arbeitete der promovierte Tierarzt ab 1984 beim Tiergesundheitsdienst, wo er zuletzt Leiter des bayerischen Schweinegesundheitsdienstes war. Noch aus dieser Zeit kennen sich Huber und Walter Heidl.

Bauernverband bedauert Entscheidung

Der BBV-Präsident bedauert Hubers Entscheidung und spricht ihm höchste Anerkennung aus: „Dr. Marcel Huber ist ein entschlossener Macher und ein Politiker mit außerordentlichem Sachwissen und Praxisbezug, dem ich die allergrößte Wertschätzung entgegenbringe“, sagte Heidl zum Wochenblatt. Mit tiefem Bedauern habe er Hubers Entscheidung zum Rückzug aus allen politischen Ämtern aufgenommen. „Aber der Grund, sich nämlich nun um seine erkrankte Frau zu kümmern, zeugt von der großen Menschlichkeit, mit der Marcel Huber in den letzten Jahren all die verantwortungsvollen Funktionen ausgefüllt hat.“ Dafür und „das stets gute Miteinander“ gelte dem scheidenden CSU-Politiker sein großer Dank.

Huber war ab 2007 Staatssekretär, später Staatskanzleichef in der Regierung Seehofer sowie Gesundheits- und Umweltminister. Er überstand den Müller-Brot- und Bayern-Ei-Skandal und arbeitete in der CSU an manchem Kurswechsel: So kämpfte er in seiner Partei für den sanften Donauausbau und für ein Bekenntnis zur gentechnikfreien Landwirtschaft, für das Huber bei manchen Parteikollegen viel Überzeugungsarbeit leisten musste.
Auch in seiner Heimat war der Feuerwehrkommandant beliebt, erzielte Rekorde bei den Erststimmen: Wie 2013 war der Ampfinger bei der Landtagswahl 2008 Stimmenkönig der CSU. Um ein Haar wäre er damals in Seehofers erster Regierung Landwirtschaftsminister geworden. Das Amt bekam Helmut Brunner, Huber landete als Staatssekretär im Kultusministerium, bevor Seehofer ihn in die Staatskanzlei holte. Im Jahr 2018 berief ihn Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr ins Kabinett, das Umweltministerium ging an die Freien Wähler. Seitdem arbeitete er als einfacher Abgeordneter, saß zuletzt im Gesundheits- und Innenausschuss.

Kompetenter und geschätzter Kollege

Nun legt er sein Mandat nieder. Das hat er gegenüber Landtagspräsidentin Ilse Aigner erklärt. „Ich bedauere den Rückzug von Marcel Huber sehr. Da geht uns im Landtag ein außerordentlich kompetenter und geschätzter Kollege verloren“, erklärte sie. Sein Schritt zeuge zugleich davon, was für ein integrer Mensch er sei, der die Hilfe für andere immer vorn anstelle.

Auch Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich auf Twitter: Ein „außerordentlich beliebter Kollege“ verlasse die Politik. „Wir bedauern dies sehr. Danke für das große Engagement für Bayern. Wir wünschen alles Gute und Gottes Segen.“