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Welttierschutztag

Mahnwache für den Schutz der Weidetiere

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 04.10.2022 - 17:25

Bauern machen ihre Sorgen vor dem Wolf vor dem Bayerischen Umweltministerium in München öffentlich.

Fast 4.000 gerissene Nutztiere im Jahr 2020 – zum Welttierschutztag am 4. Oktober macht der Bayerische Bauernverband auf die Bedrohung der Weidetierhaltung durch den Wolf aufmerksam. Im Rahmen einer Mahnwache vor dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zeigen sich Tierhalterinnen und Tierhalter aus Oberbayern und Schwaben besorgt vor dem großen Beutegreifer.

Für BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler bleiben die Sorgen der Tierhalter im Freistaat trotz dem Ende der Weidesaison 2022 bestehen: "Der Wolf verschwindet nicht mit dem Winter. Im nächsten Frühjahr wird das Spiel mit der Angst um die Weidetiere von vorn beginnen, wenn die Politik nicht handelt! Wir brauchen daher schnelle Entscheidungen und Maßnahmen zur Unterstützung der Weide- und Freilandhaltung und der Berglandwirtschaft." Dazu gehört für ihn erstens umgehend eine Ausweisung aller nicht zumutbar zäunbaren Gebiete für ganz Bayern durch einen digitalen Verschnitt. Seit 2019 würden die Bauern auf diese Ausweisung der Weideschutzkomission warten – bis dato ohne Ergebnis.

Zweitens brauche es eine schnelle Allgemeinverfügung über die Entnahme von Problemtieren (Wolf, Bär und Goldschakal), wenn direkte Übergriffe auf landwirtschaftliche Nutztiere stattfinden, auch durch dasselbe Tier, oder wenn sich Problemtiere menschlichen Behausungen in ´nicht zumutbar zäunbaren Gebieten´ Bayerns annähern.

Drittens müssten Berufsjägerinnen und -jäger durch den Bayerischen Bauernverband, Bayerischen Jagdverband und die Bayerischen Staatsforsten rechtssicher für mögliche Entnahmen beauftragt werden können – bei absoluter Wahrung der Anonymität und Straffreiheit der Schützen verstehe sich.

Auf den Almen soll es weiter bimmeln

Zudem forderte Köhler die Professionalisierung des Netzwerks Große Beutegreifer durch die Aufnahme von Veterinären, Förstern und Berufsjägern, um die Probennahme zu beschleunigen sowie Untersuchungen von Gewebeproben durch zusätzliche Referenzlabore neben dem Senckenberg-Institut.

Zum Schutz der Weidetiere und zum Erhalt der Berglandwirtschaft in Bayern sei die Politik gefordert, umgehend zu handeln. Sonst habe es sich im nächsten Sommer auf unseren Almen und Alpen ausgebimmelt.