Gerichtsentscheid

Luchs: Schuldspruch im Wildereiprozess

Luchs
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Externer Autor
am Donnerstag, 19.09.2019 - 14:59

Ein Jäger aus dem Bayerischen Wald hat einen streng geschützten Luchs in eine Falle gelockt und erschossen.

Cham/Opf. - Dafür hat das Amtsgericht Cham den 53-Jährigen zu einer Zahlung von 3000 € Geldstrafe und zum Entzug des Jagdscheins verurteilt.

Zeugen hatten den Angeklagten schwer belastet. Ihnen habe der Jäger von seinen Wildereien berichtet, sagten sie. Vor Gericht bestritt dieser die Tat und sagte, die 2 m lange Falle habe sein Vater für Füchse aufgestellt. Das glaubte das Gericht nicht. Die Falle sei für Füchse zu groß, und der Vater habe zum fraglichen Zeitpunkt im Rollstuhl gesessen.
Von dem Urteil geht ein Signal aus, dass Wilderei von Luchsen in Bayern stärker geahndet wird. Der BUND Naturschutz fordert zudem, noch mehr für eine „Luchsheimat Bayern“ zu tun: Es sei Zeit, Luchse in geeigneten Lebensräumen Bayerns in den bayerischen Mittelgebirgen und den Alpen wieder anzusiedeln, so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN), vor dem Hintergrund des Urteils. Nur so könne das 2008 von der Bayerischen Staatsregierung im Managementplan Luchs definierte Ziel einer „vitalen Luchspopulation, die alle geeigneten Lebensräume Bayerns besiedelt“ erreicht werden. Es dürfe nicht vergessen werden, dass der Bestand des Luchses mit nur rund 130 erwachsenen Tieren in Deutschland immer noch keine langfristig überlebensfähige Größe erreicht habe. Die zwei großen Luchsbestände Deutschlands (Bayerischer Wald und Harz) sind beide durch aktive Wiederansiedlung begründet worden.

Auch andere Umweltverbände fordern vom Freistaat eine „Anti-Wilderei-Offensive“. Der Bayerische Jagdverband, der Landesbund für Vogelschutz und der WWF Deutschland haben in Regensburg eine gemeinsame Erklärung gegen Wilderei und Artenschutzkriminalität veröffentlicht.