Nitratbelastung

LsV sieht Kritik an Nitratmessungen durch Fernsehbericht bestätigt

Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 27.07.2020 - 17:13

Ging es bei den bisherigen Messungen zum Nitratgehalt im Grundwasser nie um das Verursacherprinzip? Eine Aussage von Till Backhaus, Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern, legt das nahe.

Land schafft Verbindung

Als einen Schlag ins Gesicht eines jeden Landwirts betrachtet Mike Schulz-Broers von Land schafft Verbindung e. V.  die Äußerungen von Till Backhaus, Landwirtschafts- und Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern. Er sagte in einem NDR-Bericht vom 24. Juli 2020, dass es bei den bisherigen Messungen zum Nitratgehalt im Grundwasser nie um das Verursacherprinzip gegangen sei. Schulze-Broers sieht darin einen klaren Widerspruch zu den entsprechenden Richtlinie der EU.

Der Bericht ist in der Mediathek des NDR unter "Nordmagazin | 24.07.2020" zu finden.

In dem Bericht wurde die Situation der Roten Gebiete auf Rügen dargestellt. Ein Landwirt hat auf seinen eigenen Flächen vier Messpunkte installieren lassen, um zu überprüfen, ob sich die Situation tatsächlich so bewahrheitet. Die Ergebnisse der in zertifizierten Laboren untersuchten Proben zeigten deutlich niedrigere Werte als die offizielle Messstelle, die sich signifikanterweise neben einer Kläranlage befindet.

Nach Einschätzung von Schulz-Broers zeige Backhaus deutlich, wie bei der Auswahl von Messstellen tatsächlich vorgegangen werde. Es gehe nicht darum, den wahren Verursacher zu finden, sondern der Landwirtschaft den Schwarzen Peter zuzuweisen, ohne andere Einleiter, wie zum Beispiel Kläranlagen, benennen zu müssen. Diese Praxis sei auch in anderen Bundesländern zu beobachten. 

Schulz-Broers fordert deshalb vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium eine Offenlegung aller dazu relevanten Daten sowie die vollumfängliche Umsetzung der Nitratrichtlinie von 1991 nebst EuGH Urteil von 2018.