Agrarministerkonferenz

Landwirtschaft krisensicher machen

Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Freitag, 08.05.2020 - 11:50

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft fordert eine enkeltaugliche Landwirtschaft.

BÖLW

Berlin - Auf der Agrarministerkonferenz von Ländern und Bund unter Vorsitz des Saarlandes steht die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) auf der Agenda. Im Vorfeld hat Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), auf die aus seiner Sicht dringlichen Aufgaben hingewiesen: Die Agrarreform bedeute angesichts des dramatischen Artensterbens, der bedrohlichen Klimakrise und des anhaltenden Höfesterbens die letzte Chance, die Landwirtschaft enkeltauglich zu machen. "Wir fordern Bund und Länder deshalb auf, sich jetzt für eine enkeltaugliche GAP einzusetzen."

Die Agrarmilliarden müssen seiner Ansicht nach an die Bäuerinnen und Bauern gehen, die Umwelt und Klima schützen und die Vielfalt sowie regionale Wertschöpfungsketten stärken. Die Wissenschaft zeige deutlich, dass die aktuelle GAP hier versagt.

Wichtig sei, dass sich Julia Klöckner in Brüssel jetzt für eine ambitionierte GAP-Reform einsetzt. Nach dem Grundsatz ‚öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ müssen mindestens 70 % der EU-Agrargelder in freiwillige, wirksame Umweltleistungen investiert werden.

Nur eine Landwirtschaft, die stärker auf regionale Lieferketten und Kreisläufe setze und Ressourcen schütze, sollte gefördert werden. Das zeigt nicht zuletzt die Corona-Krise deutlich.