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Anbindehaltung

Landtag: Staatsregierung soll für Kombihaltung kämpfen

Rinder auf der Weide
Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Donnerstag, 10.02.2022 - 16:17

Die Abgeordneten sorgen sich um die Zukunft der Rinderhalter in Bayern und haben die bayerische Staatsregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen.

Kühe im Sommer auf der Weide vor idyllischer Bergkulisse, im Winter im Stall: Der Bayerische Landtag ist in Sorge um die Zukunft dieser Haltungsform und hat die Staatsregierung mehrheitlich aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass alle Formen der Kombinationshaltung von Rindern - ob auf der Weide oder mit Laufhof - auch weiterhin möglich bleiben.

Zwischen ganzjähriger Anbinde- und Kombihaltung unterscheiden

Alarmiert sind die Abgeordneten von CSU, Freien Wählern (FW), SPD und FDP durch den Koalitionsvertrag der Ampel, in dem ein Verbot der Anbindehaltung in spätestens zehn Jahren verankert ist, ohne zwischen ganzjähriger Anbindehaltung und Kombihaltung zu unterscheiden. Zwar gehören SPD und FDP zu den Ampelparteien, trotzdem sehen deren bayerische Abgeordnete offenbar Handlungs- beziehungsweise Klärungsbedarf.

Per Dringlichkeitsantrag forderten CSU und FW heute im Plenum, die Kombihaltung beim Ausstieg aus der Anbindehaltung auszunehmen. Nein-Stimmen gab es keine, die Vertreter der anderen Fraktionen enthielten sich bei der namentlichen Abstimmung - auch die Landtags-Grünen. In der Bundesregierung zuständig für das Thema ist ihr Parteikollege, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir.

Antrag der SPD auf gesetzliche Normierung durchgefallen

Schon in der vergangenen Woche hatte die SPD-Landtagsfraktion das Thema per Antrag im Agrarausschuss auf den Tisch gebracht, die Beratung sollte in der kommenden Woche stattfinden, wurde nun aber vorgezogen. Im Unterschied zu CSU und FW reicht den Sozialdemokraten die derzeitige Definition der Kombihaltung von Marktakteuren nicht aus. Sie wollen eine gesetzliche Normierung der Kombihaltung als tiergerechte Haltungsform auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Für diese Idee konnten sie nur die FPD gewinnen. Bei Enthaltung der Grünen fiel der Antrag mit den Gegenstimmen von CSU, FW und AfD durch.

Eine neue Definition der Kombihaltung wird es also nicht geben. Aus Sicht von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) macht der SPD-Vorstoß keinen Sinn: „Eine Forschung zur Kombihaltung würde nichts nützen, wenn die Bundesregierung die Kombihaltung dann nicht zulässt“, meinte sie in der Landtagsdebatte. Sie werde „alles tun“ und sich „bei Özdemir dafür einsetzen, dass die Kombihaltung weiter möglich bleibt“.

Vorwürfe aus Reihen der AfD-Fraktion, Kaniber selbst habe mit ihrer Regierungserklärung und der Ankündigung des Ausstiegs aus der Anbindehaltung im vergangenen Jahr für große Verunsicherung gesorgt, wies die Ministerin zurück. Sie habe „immer vom Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung“ gesprochen. Die Staatsregierung setze beim Umbau der Tierhaltung im Gegensatz zur Bundesregierung nicht auf Verbote, sondern auf Begleitung, Beratung und Förderung.