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Internationaler Frauentag

Landfrauen sehen erheblichen Nachbesserungsbedarf

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 08.03.2022 - 07:56

Deutscher LandFrauenverband fordert Korrekturen bei Minijobs und Rente. Reformpläne der Regierung reichen nicht.

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Anlässlich des Internationalen Frauentags verlangt der Deutsche LandFrauenverband (dlv) einige Nachbesserungen bei den  angekündigten Reformvorschlägne der Bundesregierung. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung verspricht arbeitsmarktpolitische Reformen, die nach dlv-Ansicht einiges an Potenzial zur Verbesserung der Stellung der Frau in der Gesellschaft mitbringen. „Dabei müssen jetzt nicht nur Taten folgen, sondern auch die spezifischen Lebensumstände von Frauen in ländlichen Regionen gezielt in den Blick genommen werden“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Mit dem im Koalitionsvertrag formulierten Versprechen, die echte Gleichstellung in den nächsten zehn Jahren zu erreichen, sieht der dlv die Bundesregierung enorm im Zugzwang, dieses Vorhaben zeitnah und ohne Verzögerung anzugehen.

 

dlv verlangt Sozialversicherungspflicht für Minijobs

Das Überführen von Minijobs in die Sozialsicherungssysteme – als wichtiger Punkt zur Bekämpfung von Altersarmut – sei allerdings nicht geplant, kritisiert der LandFrauenverband. „Das langfristige Ziel muss sein, Frauen weitestgehend in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, um sie wirtschaftlich unabhängig zu machen und vor Altersarmut zu bewahren“, mahnt Bentkämper. Daher hält sie auch nichts von der Anhebung der Minijobobergrenze auf 520 Euro.

Weiterhin beabsichtigt die Bundesregierung die Stabilisierung der Rente durch eine teilweise Kapitalabdeckung in Form dauerhafter Fonds zu ermöglichen. Auf die spezifischen Bedingungen, wie familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, die häufig zu weiblicher Altersarmut führen und auf die der dlv seit langem hinweist, wird allerdings nicht eingegangen.

 Immerhin sollen durch eine Weiterentwicklung des Entgelttransparenzgesetzes, wie auch die Landfrauen fordern, individuelle Rechte durch Verbände eingeklagt werden können. Auch die Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen durch ein Zulagen- und Gutscheinsystem begrüßt der dlv, da dies ein wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Care-Arbeit darstellen kann.

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