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Stimmungslage

Konjunkturbarometer: Stimmung der Bauern bessert sich kaum

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 06.07.2020 - 17:19

In den vergangenen drei Monaten hat sich die Stimmungslage der Bauern etwas aufgehellt. So planen sie wieder mehr Maschinenkäufe.

Landwirte-Getreide-Schlepper

Nach den Ergebnissen des Konjunkturbarometer Agrar hat sich die wirtschaftliche Stimmungslage der deutschen Landwirte im Juni gegenüber März 2020 leicht erholt. Mit 15,8 fällt der Indexwert jedoch weiterhin relativ niedrig aus. Ursachen sind die ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen der Corona-Krise. Das geht aus den Ergebnissen des aktuellen Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor.

Zwar fühlen sich nur 10 Prozent der repräsentativ befragten Landwirte von der Corona-Krise in ihrem Wirken eingeschränkt, aber 22 Prozent wollen ihre geplanten Investitionen deswegen auf unbestimmte Zeit verschieben. Ein Drittel der Landwirte verzeichnet als Folge der Krise Umsatzeinbußen. Besonders hoch ist dieser Anteil unter den Milchviehbetrieben.

Mehr Maschinenkäufe geplant

Die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate bleiben niedrig. Nur 26 Prozent der Landwirte wollen in dieser Zeit investieren. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt mit 3,9 Milliarden Euro um 0,2 Milliarden Euro unter dem entsprechenden Vorjahresstand.

Rückläufig sind vor allem Investitionen in Wertschöpfung schaffende und Tierwohl fördernde Ställe einschließlich Hof- und Stalltechnik. Dafür sind im nächsten halben Jahr nur 2,1 Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen. Das sind im Jahresvergleich 0,2 Milliarden Euro weniger. Die beabsichtigten Investitionsvolumina in Maschinen und Geräte steigen dagegen etwas auf 0,8 Milliarden Euro an.

Veredlungsbetriebe erwarten größere Probleme

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt der Betriebe mit 3,03 etwas besser beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit 3,21. Während die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in den Veredlungsbetrieben gegenüber März deutlich schlechter ausfällt, bleibt die Stimmungslage in den Acker- und Futterbaubetrieben nahezu unverändert eher gedrückt. Die Zukunftserwartungen hingegen sind in allen Betriebsformen wenig optimistisch, auch wenn Acker- und Futterbaubetriebe wieder zuletzt etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken.

Im Vergleich zum Frühjahr wird die Entwicklung der Schweinepreise deutlich negativer bewertet, aber auch die Verkaufspreise für Milch und Rindfleisch drücken die Stimmungslage ebenso wie schlechtere Ernteerwartungen. Positiver Einfluss auf die Stimmungslage geht dagegen vor allem von der Entwicklung der Einkaufspreise für Betriebsmittel aus.

Geraten die Sorgen der Bauern wegen Corona aus dem Blick?

Die Liquidität der Betriebe hat sich seit Dezember zwar kaum verändert, fällt aber im Jahresvergleich deutlich schwächer aus. In Futterbaubetrieben und in Betrieben im Osten Deutschlands ist die Liquiditätslage besonders häufig angespannt. 13 Prozent der Befragten geben an, auf Grund der Corona-Krise einen zusätzlichen Liquiditätsbedarf zu haben.

Knapp ein Drittel (30 Prozent) der Landwirte teilen die Einschätzung, dass mit der Corona-Situation die Landwirtschaft wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen wird. In der Märzerhebung waren es sogar 46 Prozent. Fast die Hälfte der Landwirte ist dagegen der Meinung, dass durch das Virus die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Betriebe aus dem Blick geraten könnten.