Agrarförderung

Klöckner verlangt neue Stallbauförderung

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Donnerstag, 28.05.2020 - 09:45

Das Konjunkturprogramm des Bundes muss eine neue Stallbauförderung enthalten, das auf mehr Tierwohl setzt. Das fordert Bundesagrarministerin Julia Klöckner.

Stallbau-Schweine-Bio

In das geplante Konjunkturprogramm der Bundesregierung müssen nach Auffassung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auch Landwirte miteinbezogen werden. Sie fordert dazu eine Förderung von Stallumbauten, die nicht mit Kapazitätsausweitungen verbunden sind, sondern zeitnah mehr Tierwohl ermöglichen. Das sei von Verbrauchern und auch Tierhaltern gewollt, so die Ministerin.

„Wir brauchen deshalb erhebliche Investitionen in Stallumbauten. Nicht um die Tierbestände zu vergrößern, sondern um dem aktuellen Bestand mehr Platz und Bewegung zu bieten“, sagt die Ministerin. Der Preisdruck in der Tierhaltung und Fleischwirtschaft sei enorm, der Erwartungsdruck ebenso.

Um Wettbewerbsverzerrungen und Kostennachteile heimischer Tierhalter innerhalb Europas zu vermeiden, Abwanderungen zu verhindern und regionale Versorgung zu sichern, werde es ohne eine solche Unterstützung für die Tierhalter nicht gehen. „Ein Investitionsförderungsprogramm für die Tierhaltung im qualitativen Bereich dient nicht nur der Standortsicherung, sondern vor allem dem Tier- und Umweltschutz.“


 

Landwirte wichtig für robuste Lieferkette

Die aktuelle COVID-19-Pandemie habe laut Julia Klöckner auch deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die unabhängige regionale Erzeugung von qualitativ hochwertigen, gesunden und sicheren Nahrungsmitteln sei. Gleichzeitig sei aufgrund klimabedingter Veränderungen und begrenzter Ressourcen mit wachsenden Produktionsrisiken zu rechnen, die von den Landwirten weitreichende Anpassungsleistungen erfordern.

Zudem sehen sich nach Klöckners Meinung Landwirte auch weiterhin mit veränderten gesellschaftlichen Erwartungen konfrontiert. Diese würden insbesondere die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere betreffen, aber auch ganz grundsätzlich landwirtschaftliche Produktionsverfahren in Frage stellen.

Der Landwirtschaftsstandort Deutschland und Europa und die regionale Nahrungsmittelproduktion seien zurecht systemrelevant. Die strategische Frage einer nachhaltigen Ausrichtung der gesamten Wertschöpfungskette der Ernährungssicherung gehöre zum Herzstück einer robusten Wirtschaft.

Daher müsse die heimische Land- und Forstwirtschaft sowie die ländlichen Räume in Deutschland auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit gestärkt und bei den bevorstehenden Anpassungen bestmöglich unterstützt werden, sagt die Bundesministerin.