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Zukunftspapier

Klöckner stellt Ackerbaustrategie 2035 vor

Ackerbaustrategie
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 19.12.2019 - 16:15

Mit der Strategie will das Bundeslandwirtschaftsministerium Leitplanken für die zukünftige Entwicklung des Ackerbaus setzen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat heute die Ackerbaustrategie ihres Ministeriums vorgestellt. Sie hat eine mittel- bis langfristige Ausrichtung. Das Ministerium schränkt dazu selbst ein, dass sie keine konkrete Bedienungsanleitung für sämtliche Fragen des Ackerbaus sein kann. Mit dem Diskussionspapier will  das BMEL vielmehr Perspektiven aufzeigen und einen Rahmen setzen. Genauso liest sich auch das relativ allgemein gehaltene Konzept. Maßgeblich dürfte jetzt sein, mit welchen Inhalten der Rahmen gefüllt wird.

Ausgearbeitet hat das Strategiepapier eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern des Geschäftsbereiches des BMEL und einiger Bundesländer. Auf Basis dieser Vorarbeiten wurde die vorliegende Ackerbaustrategie erstellt.

Sechs Leitlinien

Die Ackerbaustrategie gliedert sich in sechs Leitlinien und zwölf Handlungsfelder. Die Leitlinien dienen dabei als Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Ausrichtung des Ackerbaus.

  1. Versorgung mit Nahrungsmitteln, Futtermitteln und biogenen Rohstoffen sicherstellen
  2. Einkommen der Landwirtinnen und Landwirte sichern
  3. Umwelt- und Ressourcenschutz stärken
  4. Biodiversität in der Agrarlandschaft bewahren
  5. Beitrag zum Klimaschutz ausbauen und Ackerbau an den Klimawandel anpassen
  6. Gesellschaftliche Akzeptanz des Ackerbaus erhöhen

Zwölf Handlungsfelder

Für jedes Handlungsfeld sind in der Strategie die Problembereiche und Zielkonflikte beschrieben. Als Lösungsansätze wurden Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Die grundlegende Zielrichtung der Handlungsfelder beschreibt der folgende 12-Punkte-Plan:

  1. Bodenschutz weiter stärken und Bodenfruchtbarkeit erhöhen
  2. Kulturpflanzenvielfalt erhöhen und Fruchtfolgen erweitern
  3. Düngeeffizienz erhöhen und Nährstoffüberschüsse verringern
  4. Integrierten Pflanzenschutz stärken und unerwünschte Umweltwirkungen reduzieren
  5. Widerstandsfähige und standortangepasste Arten und Sorten entwickeln
  6. Ackerbauliche Potentiale mithilfe der Digitalisierung optimal nutzen
  7. Biodiversität in der Agrarlandschaft verstärken
  8. Klimaangepasste Anbaukonzepte entwickeln
  9. Klimaschutz im Ackerbau ausbauen und Synergien nutzen
  10. Bildung und Beratung stärken
  11. Mehr Wertschätzung für Landwirtinnen und Landwirte
  12. Umsetzung der Ackerbaustrategie politisch und finanziell begleiten.

Wie geht es weiter?

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat erklärt, dass es die Strategie in einen breiten öffentlichen Prozess diskutiere will. Daran sollen alle wesentlichen Gruppierungen mitreden können - also Betroffene als auch Interessenkreise, die ihre Vorstellungen für die Landwirtschaft der Zukunft einbringen wollen.