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Klimapolitik

Klimazertifikate bescheren Lindner Rekordeinnahmen

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 06.01.2022 - 06:30

Einnahmen fließen in Energie- und Klimafonds für Klimamaßnahmen und Senkung EEG-Umlage.

Lindner-Christian-Bundesfinanzminister

Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) hat dem Bund im Jahr 2021 Auktionserlöse von 5,3 Mrd. € beschert. Die Einnahmen sind damit doppelt so hoch wie 2020. Zusätzlich hat Finanzminister Christian Lindner durch den Zertifikateverkauf beim neuen nationalen Emissionshandelssystem (nEHS), das seit 2021 die Sektoren Wärme und Verkehr umfasst, rund 7,2 Mrd. € eingenommen.

Die Gesamteinnahmen aus beiden Systemen belaufen sich nach Angaben des Umweltbundesamt damit für 2021 auf rund 12,5 Mrd. €. Das Geld fließt in den Energie- und Klimafonds (EKF). Die Mittel schaffen so neue Spielräume zur staatlichen Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen und werden außerdem genutzt, um anteilig die Stromkosten in Deutschland zu stabilisieren. Zudem erhoffen sich Waldbauern, dass aus dem EKF-Fonds künftig die Waldklimaprämie finanziert wird.

„Damit zeigen wir, dass ⁠Klimaschutz⁠ und sozialer Ausgleich Hand in Hand gehen können. Dies kann und muss auch mit weiter steigenden CO₂-Preisen möglich sein“, meint Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠).

Zertifikate kosteten teilweise über 80 €

Der EU-ETS zielt seit 2005 darauf ab, die Treibhausgasemissionen von Kraftwerken, Industrieanlagen und seit 2012 auch des innereuropäischen Luftverkehrs zu begrenzen. Im Jahr 2021 wurden rund 101 Millionen Emissionsberechtigungen im Gesamtwert von über 5,3 Mrd. € für Deutschland an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig versteigert.

Aufgrund der sinkenden Maximalmenge insgesamt handelbarer Zertifikate (dem „Cap“) im Emissionshandel sind das sechs Millionen Emissionsberechtigungen weniger als im Vorjahr (2020: ca. 107 Mio.). Gleichzeitig stiegen die Einnahmen jedoch um mehr als zwei Milliarden Euro (2020: 2,66 Mrd. €). Grund ist der gestiegene Durchschnittserlös pro Berechtigung. Dieser stieg von 24,61 Euro im Jahr 2020 auf 52,50 Euro im Jahr 2021 und hat sich damit mehr als verdoppelt. Seit Beginn der Versteigerungen im Jahr 2010 wurde dabei am 17. Dezember 2021 mit 82,25 Euro der höchste Preis bei einer deutschen Auktion erzielt.

EEG-Umlage 2021 um 1,37 ct/kWh gesenkt

Sämtliche Einnahmen aus dem EU-ETS und dem nEHS fließen in den Energie- und Klimafonds (EKF). Der Fonds fördert Klimaschutzmaßnahmen, darunter erneuerbare Energien, Energieeffizienzinvestitionen, nationale und internationale Klimaschutzprojekte, Elektromobilität und die Erweiterung des Nationalen Aktionsplans für Energieeffizienz. Für das Haushaltsjahr 2021 wurden außerdem über den EKF 4,7 Mrd. Euro aus Erlösen des nEHS verwendet, um die EEG-Umlage um 1,37 ct/kWh abzusenken.

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