EU-Klimapolitik

Klimawandel: Wie die EU Landwirte unterstützen will

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 25.02.2021 - 10:21

Ein besserer Datenaustausch für die Anbauplanung und neue Sorten sind Bestandteile, wie die EU die Folgen des Klimawandels für Landwirte erträglicher machen will.

Österreich

Die Erderwärmung aufgrund des Klimawandels soll zwar beschränkt werden, sie kann aber nicht ganz vermieden werden. Um sich auf die drohende Trockenheit vorzubereiten, legte die EU-Kommission eine Strategie vor, um sich dem Klimawandel anzupassen.

Vor allem dem EU-Agrarsektor kommen Trockenheit und Starkregen teuer zu stehen. Die EU-Kommission schätzt die Verluste bei einer Erwärmung um 3 °C auf 40 Mrd. Euro jährlich in der EU. Allein die Trockenheit von 2018 habe in Frankreich Kosten von 2 Mrd. Euro verursacht, in den Niederlanden von 1,4 Mrd. Euro und in Deutschland von 770 Mio. Euro, berichtet die EU-Kommission.

Die EU müsse sich anpassen, um mit dem Klimawandel einigermaßen leben zu können, erklärte EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans bei der Vorstellung der Strategie in Brüssel.

Besserer Datenaustausch über Plattform

Die Landwirte brauchen bessere Daten für ihre Anbauplanung. Deshalb will die EU-Kommission den Austausch von Daten über Klimaschäden und Anpassungsmöglichkeiten mithilfe einer Internetplattform verbessern. Die Aufbereitung von Abwässern für die Bewässerung, die schonende Bodenbearbeitung mit Gründecken und neue Sorten nennt die EU-Kommission in ihrer Strategie als Antworten auf die zunehmende Trockenheit.

Zudem müssten Landwirte sich mit der Wiederbewässerung von Moorböden, mit Agroforstsystemen und mit der Anreicherung des Kohlenstoffgehalts im Boden an der Verminderung von Treibhausgasen beteiligen. Mit der "Farm to Fork"-Strategie sowie mit der Strategie für die Artenvielfalt lägen die Konzepte für eine klimafreundlichere Landwirtschaft auf dem Tisch. Diese müssten jetzt umgesetzt werden, fordert Timmermans.

Mit Material von aiz

Markt für CO2-Zertifikatshandel effizient gestalten

Lins-Norbert-EU-Parlament-CDU

Norbert Lins, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, hält bei der EU-Strategie für wichtig, die regenerative Landwirtschaft und nachhaltiges Waldmanagement zu fördern. Gerade die Umsetzung naturbasierter Lösungen würde die Klimaresilienz erhöhen.

Besonders wichtig sehe der EU-Abgeordnete die effiziente Ausgestaltung eines Marktes für die Kohlenstoffspeicherung. "Durch Carbon Farming wird ein neues Geschäftsmodell für die Land-und Forstwirtschaft geschaffen, welches zusätzlich Einkommen für Land- und Forstwirte schafft und gleichzeitig CO2 reduziert und umweltfreundlicher ist" ist sich der EU-Abgeordnete sicher.

Zudem hält er es für gut, dass die Strategie von Anreizen auf allen Ebenen spreche. Für ihn als Abgeordneter aus Baden-Württemberg sei Technologieoffenheit bei der Bekämpfung des Klimawandels entscheidend. "Deshalb sollten neben naturbasierten Maßnahmen, auch alle anderen technisch möglichen Lösungen gefördert werden", so Lins.