Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Klimaschutz

Klimaschutzgesetz: Fehler im Wald?

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 08.07.2021 - 13:37

Hat der Bund die CO2-Speicherleistung des Waldes falsch angesetzt? Das unterstellen die Linken im Bundestag.

mischwald-ihrlerstein-niederbayern_IMG_20201018_090826

Die Linken im Bundestag werfen der Bundesregierung vor, beim Klimaschutzgesetz die CO2-Speicherleistung des Walds falsch angesetzt zu haben. Wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken zeige, gebe es dabei keine belastbare fachliche Grundlage, erklärte Agrarsprecherin Kirsten Tackmann. Damit seien Kollateralschäden abzusehen, was gefährlich sei angesichts der enormen Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz.

Die Klimaschutzdebatte müsse ehrlich und wissenschaftlich fundiert ausgetragen werden, betonte Tackmann. Studien wiesen darauf hin, dass der Landnutzungssektor in den kommenden Jahren von einer CO2-Senke zur Quelle werden dürfte, unter anderem wegen der Waldschäden. Trotzdem müsse der Sektor nach der Novelle des Klimaschutzgesetzes jetzt innerhalb von zehn Jahren ein zusätzliches Speicherpotential von bis zu 45 Mio. t CO2 bereitstellen.

Gebraucht werde eine mittel- und langfristige Waldstrategie mit klarem Fokus auf einen Umbau hin zu naturnahen, altersdurchmischten und klimatoleranten Zukunftswäldern, unterstrich die Linken-Politikerin. Die Entwicklung eines Modells zur Honorierung der Ökosystemleistungen der Wälder hält sie für richtig. Es müssten aber alle Akteure im Wald einbezogen werden, inklusive Forstleute, Waldbesitzende, Gesellschaft und Wissenschaft.

Neue Daten erst nach der Bundeswaldinventur verfügbar

Die Bundesregierung hatte eingeräumt, dass Werte für die Emissionsbilanz des Sektors Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) für 2020 aus dem Klimaschutzprogramm 2030 verwendet zu haben, die auf Projektionen basierten, die beim Erstellen des Berichts 2019 abgeleitet wurden.

Dabei weiche die im Projektionsbericht modellierte Entwicklung der Waldsenke von den aktuell für die Klimaberichterstattung ermittelten Daten ab, stellte die Bundesregierung fest. Die derzeitigen Schäden im Wald nach der Trockenheit der zurückliegenden Jahre seien im Projektionsbericht nicht und im nationalen Emissionsinventar über die aktuellen Holzeinschlagstatistiken nur unvollständig berücksichtigt. Eine vollständige Erfassung der Schäden und Verifizierung der Daten könne erst nach der nächsten Bundeswaldinventur erfolgen, heißt es in der Antwort auf die Anfrage.

Mit Material von AgE