Klimaschutzgesetz

Klimaschutz: Klöckner fordert Extrabudget

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 10.05.2021 - 07:58

Bundesagrarministerin fordert Extrabudget, um Klimaschutzleistungen honorieren zu können. Für Moorschutz plant sie ein eigenes Programm.

Klöckner-Bundestag-Agrarhaushalt2021

Um weitere CO2-Absenkungen in der Landwirtschaft zu ermöglichen und die Senkenwirkung in natürlichen Speichern zu erhalten und auszubauen, hält die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beim Klimaschutz in der Landwirtschaft ein Extrabudget für erforderlich. Es soll erbrachte Ökosystemleistungen wie den Erhalt und Aufbau der CO2-Speicherungskapazität durch klimastabilen Waldumbau, Humuserhalt und -aufbau honorieren.

Zudem plant sie, ein Bundesprogramms mit einem Sonderbudget zum Moorbodenschutz zu schaffen, um eine klimafreundliche und wirtschaftliche Nutzung dieser Flächen zu ermöglichen. Insbesondere durch Maßnahmen zum Wiedervernässen landwirtschaftlich genutzter Moorböden können erhebliche Emissionsminderungen erreicht werden.

Programm für Verwertung Reststoffe ausbauen

Um die Sektorziele der Landwirtschaft im Klimaschutzgesetz erreichen zu können, sei auch ein Extrabudget für den breiten Einsatz von Biokraftstoffen in der mobilen Landtechnik notwendig, um die energiebedingten Emissionen zu verringern. Agrardiesel kann laut BMEL durch klimaneutrale Kraftstoffe ersetzt werden.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen regt Bundesministerin Julia Klöckner zusätzlich den Ausbau des Programms zur energetischen Verwertung landwirtschaftlicher Reststoffe an, da in Biogasanlagen verwertete Gülle Methanemissionen vermeide.

Auch die Förderung des Ökolandbaus trage zur Emissionsminderung bei, weil er durch den Verzicht auf mineralische Düngemittel und den Humusaufbau einen positiven Klimaeffekt habe.

Klöckner: Schulze muss für Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sorgen

Schulze-Klöckner-Bundestag

In Richtung Bundesumweltministerin Schulze machte Julia Klöckner klar, dass diese endlich mit dem Umweltbundesamt für Fortschritte hinsichtlich der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sorgen müsse. Die Verfügbarkeit geeigneter Pflanzenschutzmittel (zum Beispiel Herbizide) sei die Voraussetzung, um Minimalbodenbearbeitungstechniken im Ackerbau anzuwenden. Diese tragen nach Klöckners Ansicht wesentlich zum Humusaufbau und damit zur Bindung von CO2 in landwirtschaftlichen Böden bei.

Wer Ernährungssicherung, Ressourcenschonung, regionale Produktion und CO2-Bindung im Boden fordere, kann nicht sach- und fachfremd den kompletten Verzicht auf Mittel und deren Zulassung fordern, die Pflanzen bei einem Befall gesund erhalten sollen. Das passe nicht zusammen und spreche gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis, so die Bundeslandwirtschaftsministerin.