Landwirtschaft bindet Kohlenstoff

Klimaschutz: Humus als riesiger CO2-Speicher

CO2-Bindung
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 02.12.2019 - 11:52

Der Aufbau von 0,1 Prozent Humus pro Hektar entspricht einer Bindung von drei bis sechs Tonnen CO2 je Hektar. Das sollte honoriert werden.

Humus speichert Kohlenstoff

Auf das riesige Bindungspotential von CO2 durch Humus hat der Bayerische Bauernverband hingewiesen. Der Aufbau von 0,1 Prozent Humus pro Hektar entspricht etwa einer Bindung von drei bis sechs Tonnen CO2 je Hektar, abhängig von der Bodenart.

Ausgehend von 3,13 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Bayern und basierend auf der Annahme, dass durch 0,1 Prozent mehr Humus sechs Tonnen CO2 je Hektar gebunden werden, könnten Bayerns Bauern bei einem Pro-Kopf-Jahresausstoß von 8,6 t CO2 durch Humusaufbau 2,18 Millionen Menschen CO2-neutral stellen.

„Wir wollen dieses Potenzial für den Klimaschutz heben und fordern den Freistaat auf, die Landwirte bei ihren Anstrengungen zum Humusaufbau zu unterstützen“, sagte Präsident Heidl auf der Delegiertenversammlung am Wochenende in Herrsching.

Maßnahmen der Bauern honorieren

Auch der Deutsche Bauernverband hat anlässlich der heute beginnenden UN-Klimakonferenz COP25 in Madrid darauf hinzuweisen, dass die Leistungen der Landwirtschaft durch Kohlenstoffspeicherung in Böden und Bioenergie angerechnet werden müssten. Ohne eine Belohnung der Klima-Leistungen der Land- und Forstwirtschaft werde es nicht gelingen, die Potenziale zu heben und einen effektiven Klimaschutz zu betreiben, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Bereits 2018 habe sich der Deutsche Bauernverband mit seiner Klimastrategie 2.0 ehrgeizige Ziele gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu senken. In seinem aktualisierten Positionspapier fordert der DBV nun, die Klimaschutzleistungen der Land- und Forstwirtschaft anzurechnen und ihr gutzuschreiben. Dazu gehört etwa, die in der EU-Verordnung zur Lastenteilung sowie der LULUCF-Verordnung vorgesehene Anrechenbarkeit von Treibhausgassenken in Höhe von bis zu 22,3 Mio. t CO2äq. aus dem Bereich Landnutzung und Forstwirtschaft auf die deutschen Treibhausgasminderungsziele umzusetzen.