Neue Ansätze

Klimapolitik braucht Marktwirtschaft

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 13.11.2020 - 09:17

Für das Nutzen marktpolitischer Instrumente in der Klimapolitik hat sich der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, ausgesprochen.

DLG

Dies sei ein entscheidender Ansatz, dass die Landwirtschaft ihren Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung optimal leisten könne, sagte Paetow auf der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG).

Als eine Möglichkeit nannte der DLG-Präsident die Einbeziehung der Landwirtschaft in den europäischen Emissionshandel. Dadurch könnten sich vielen Betrieben neue ökonomische Optionen bieten, indem Klimaschutzleistungen zur Einkommenserzielung genutzt würden.

„Vorstellbar ist eine Quote an Emissionsrechten, die zunächst in Höhe der aktuellen Emissionen verteilt wird“, führte er aus. Mindere dann ein Betrieb seine Emissionen, könne er die ungenutzten Rechte verkaufen. „Die Preise für die Emissionsrechte werden in Zukunft stark ansteigen“, prognostizierte Paetow. Auch eine Regulierung des privaten Zertifikatehandels sei denkbar. Häufig hätten diese Klimaschutzmaßnahmen auch noch positive Effekte auf die Biodiversität und Nährstoffverluste.

Voraussetzung: Einfaches Verwaltungssystem für Emissionsrechte

Voraussetzung sei eine präzise Bilanzierung auf Betriebsebene, die pauschale Berechnungsvorschriften vermeide und eine Bewertung der Produktionsverfahren in ihrer Treibhausgaseffizienz ermögliche. Um den Aufwand für Landwirte gering zu halten, müssen nach Paetows Meinung schnell die Möglichkeiten der automatisierten Datenerfassung und der Vernetzung mit externen Datenquellen nutzbar gemacht werden.

Ein erhebliches Verbesserungspotenzial bei den Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft sieht Paetow bei Lachgas und Methan. Er schränkte zugleich ein, dass die Möglichkeiten des Klimaschutzes über Maßnahmen auf der Produktionsseite begrenzt seien. Wesentlich größer seien die Effekte, die durch eine möglichst globale Veränderung in den Konsummustern zu erreichen wären. Dies gelte insbesondere für den Verzicht auf Nahrungsmittel mit hohen Treibhausgasemissionen entlang der Produktionskette wie Rindfleisch. „Auch darin liegen Chancen für die Landwirtschaft als Produzent von pflanzlichen Proteinen“, betonte der DLG-Präsident.

Mit Material von AgE