Klimadebatte

Klimakabinett steht vor weiteren Herausforderungen

Windkraft
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Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 01.08.2019 - 14:07

Beim Energiesparen, Flächenschutz, Aufhebung der 10 H-Regelung und der Waldbewirtschaftung sind noch Fragen offen.

Das Klimakabinett der bayerischen Staatsregierung hat am Dienstag angekündigt, was im Freistaat alles passieren soll. Naturschützer bezeichnen die Vorschläge als einen ersten Schritt, wollen aber, dass weitere folgen.

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern forderte wirksame Maßnahmen zum Energiesparen, Flächenschutz und die Aufhebung der 10 H-Regelung für Windkraftanlagen.

Besonders kritisch sieht Mergner den geplanten Bau von 100 Windenergieanlagen im Staatswald. Bis 2030 brauche es eine Verdoppelung der Windenergie. Der neue Vorstoß erfülle nur ein Zehntel des Bedarfs. Durch die 10 H-Regelung seien neue Anlagen fast nur noch in den letzten großen zusammenhängenden Waldgebieten möglich. In den Wäldern brauche es stattdessen mehr heimische Laubbaum-Arten, weniger Einschlag und mehr ungenutzte Naturwälder.
Auch Josef Wutz, Waldpräsident im Bayerischen Bauernverband, befürwortet die Beschlüsse im Grundsatz. Er betonte aber: „Der Staatswald kann dann nicht mehr Vorbild für den Privatwald sein. Stillgelegter Wald ist CO2-neutral, Nutzwald ist eine CO2-Senke.“ Auf kleineren Flächen könne die Artenvielfalt zudem durch einen gewissen Totholzanteil erhalten werden. Es gebe aber Untersuchungen, wonach die Artenvielfalt im Wirtschaftswald höher sei, als im stillgelegten.
Positiv sieht Wutz die geplante stärkere energetische Verwertung von Restholz. Angesichts derzeit hoher Schadholzmengen in bayerischen Wäldern brauche es dringend Möglichkeiten zu deren wirtschaftlicher Verwertung. Dies sei auch positiv im Sinne des Klimaschutzes, da die im Holz gebundene Energie CO2-neutral genutzt werden könne.