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Weltklimakonferenz Glasgow

Klimagipfel: Vorstoß gegen Methanausstoß

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 03.11.2021 - 15:15

Gut 100 Länder wollen bis 2030 die Emissionen um 30 % senken. Wichtige Emittenten sind aber nicht dabei. Rinderhaltung steht im Fokus.

Klimagipfel-Glasgow

Auf eine große Resonanz ist bei der Weltklimakonferenz in Glasgow die Initiative der EU und der USA zur Senkung des Methanausstoßes gestoßen. Zahlreiche Staaten haben sich dazu verpflichtet, die Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 % gegenüber dem Referenzjahr 2020 zu senken. Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow unterzeichneten mehr als 100 Staats- und Regierungschefs den „Global Methane Pledge“. Erst vor kurzem hatte das EU-Parlament der Kommissionstrategie mit großer Mehrheit zugestimmt.

Wichtige Staaten wie Australien, Brasilien, China, Indien und Russland der Erklärung sind der Absichtserklärung jedoch noch nicht beigetreten, heißt es. Ohnehin sind China und Russland gar nicht vor Ort beim Weltklimagipfel dabei.

Abschwächung der Erderwärmung um 0,2 Grad möglich

Kühe-Weide

So haben sich nun Länder an dem Abkommen beteiligt, die für rund die Hälfte der weltweiten Methanemissionen verantwortlich sind, allerdings stehen sie für etwa 70 % der Weltwirtschaft. Zu den Unterzeichnern gehören neben den Initiatoren der EU sowie den USA auch Deutschland und Frankreich, Kanada, Israel und Japan. Daneben gehören auch Argentinien und Ghana zu den Unterstützern des „Global Methane Pledge“.

EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen begrüßte die Vereinbarung. Eine Verringerung der Methanemissionen sei einer der wirkungsvollsten Schritte gegen den Klimawandel. Hier könne  man schnell handeln. Wie die Brüsseler Behörde zudem berichtete, würde die Umsetzung des „Global Methane Pledge“ die Erderwärmung um mindestens 0,2 Grad bis 2050 abschwächen.

Als eine besonders große Methanemissionsquelle wird in dem Abkommen neben Erdöl und Gas, Kohle sowie Mülldeponien auch die Landwirtschaft genannt. Hier gilt die Haltung von Wiederkäuern als Hauptemittent. Allerdings heißt es in der Übereinkunft, dass die Möglichkeiten, die Methanemissionen unmittelbar zu senken, im Energiesektor am größten seien. Denn vor allem Lecks in Gaspipelines gelten in den USA und Russland als großes Problem. 

Agrarreform soll helfen

Mit Blick auf die Landwirtschaft hatte die EU-Kommission erklärt, dass unter anderem daran gearbeitet werde, die Einführung von Technologien zur Emissionsminderung durch einen breiteren Einsatz von „Carbon Farming“ in den Mitgliedstaaten und über ihre Strategiepläne zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu beschleunigen. Außerdem solle die Erzeugung von Biomethan aus landwirtschaftlichen Abfällen und Reststoffen gefördert werden.

Die Vereinigten Staaten streben bezüglich der Landwirtschaft an, in Zusammenarbeit mit den Farmern und Viehzüchtern die Anwendung klimaschonender Maßnahmen auf freiwilliger Basis und mit Zuschüssen drastisch auszuweiten. Die landwirtschaftlichen Methanemissionen sollen verringert werden, indem Anreize für ein verbessertes Dungmanagement, für anaerobe Fermenter, neue Futtermittel, die Kompostierung und andere methanreduzierende Praktiken geschaffen werden.

Den Schwerpunkt sieht der US-Präsident allerdings in der Energiewirtschaft. Dort plant er hohe Strafgelder, wenn Methan bei der Gewinnung und Förderung von Gas und Erdöl entweicht. Zudem weisen in den USA Gaspipelines teilweise große Lecks auf. Das trifft Medienberichten zufolge auch für Russland zu. Doch Russland hat, wie China auch, keine offiziellen Vertreter nach Glasgow geschickt. 

Mit Material von aiz/AgE
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