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Weltklimakonferenz Glasgow

Klimagipfel: Mehr Fokus auf Leistungen der Landwirte gefordert

Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 05.11.2021 - 08:03

Vertreter der europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände sind in Glasgow dabei.

Lambert-Copa

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow plädieren die europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände (Copa-Cogeca) dafür, den Fokus stärker auf das land- und forstwirtschaftliche Potential zum Schutz des Klimas zu legen. Es sei dringend geboten, den Agrarsektor bei der Lösung der Probleme stärker miteinzubeziehen. Mit der Präsenz eigener Vertreter beim Klimagipfel erhoffen sich beide Dachverbände weitere Diskussionen darüber, in welcher Form die Potentiale am besten ausgeschöpft werden könne.

Für Copa-Präsidentin Christiane Lambert sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die europäischen Landwirte, Waldbesitzer und ihre Genossenschaften bereits jetzt überdeutlich zu spüren; deshalb nehme der Sektor das Thema sehr ernst. Nach Einschätzung der Französin sind die ehrgeizigen Klimaziele ohne die volle Einbeziehung der Land- und Forstwirte nicht erreichbar. Kein anderer Sektor in Europa sei in der Lage, Emissionen auf natürliche Weise aus der Atmosphäre zu entfernen. „Um unser volles Potential auszuschöpfen, brauchen wir konsistente Richtlinien und auch allgemeine öffentliche Unterstützung“, fordert Lambert.

Klimaeffiziente Landwirte

Klimagipfel Glasgow2021-Johnson-Boris

Nach Auffassung von Copa-Cogeca gehört das europäische Landwirtschaftsmodell, mit vielfältigen, lokalen Familienbetrieben zu den effizientesten Systemen der Welt. Der EU-Agrarsektor habe es geschafft, die Gesamtproduktivität seit 1990 um 25 % zu steigern und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen um 20 % zu verringern. Damit haben europäische Bauern die Klimawirkung effektiv optimiert und vom Produktionswachstum entkoppelt.

Die Dachverbände stellten ferner klar, dass sich die Agrarbranche gegenüber weiteren Anstrengungen nicht sperren dürfe, um die Klimaanpassung zu verbessern und den Klimaschutz zu fördern. Der beste Weg, weitere Reduzierungen der landwirtschaftlichen Emissionen zu erreichen, sei, „ohne Druck auf die Produktion und die Ernährungssicherheit“, Anreize für Minderungspraktiken auf nationaler, regionaler und globaler Ebene zu setzen.

Gleichzeitig fordern die Verbände jedoch, Europas Bauern müssen international wettbewerbsfähig bleiben. Daher begrüßen sie internationale Maßnahmen zum  Eindämmen und Anpassen an den Klimawandel durch faire, ausgewogene und nachhaltige Handelsregeln.

Ebenso halten es die Verbände für wichtig, dass Landwirten für sämtliche Einschränkungen der Landnutzung und der wichtigen Betriebsmittel wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel echte Alternativen beziehungsweise Ausgleichsressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Mit Material von AgE
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