Aus dem Ministerium

Kaniber: Viel vor in 2019

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Michaela Kaniber
am Donnerstag, 03.01.2019 - 16:55

Die Ministerin blickt auf 2018 zurück und gibt einen Ausblick auf 2019.

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Liebe Bäuerinnen und Bauern, zum Jahreswechsel ist es eine gute Tradition, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und dann das neue entschlossen anzugehen. Für Sie als Landwirte und Waldbauern war 2018 ein durchwachsenes Jahr, das vor allem durch die in vielen Teilen des Landes extrem lang anhaltende Trockenheit geprägt war. Mit teilweise gravierenden Folgen: So lag die Getreideernte deutlich unter dem langjährigen Schnitt, auch viele Futterbaubetriebe mussten erhebliche Einbußen verkraften. In den Wäldern hat die Trockenheit die Ausbreitung des Borkenkäfers massiv beschleunigt und das Anwachsen gepflanzter Bäume behindert. Es gab aber auch Erfreuliches: So haben die Obstbauern heuer eine hervorragende Ernte eingefahren und die Winzer rechnen mit einem exzellenten Jahrgang. Positiv ist auch, dass der Strukturwandel nach wie vor in Bayern auf einem sehr niedrigen Niveau liegt: Die Quote der Betriebsaufgaben beträgt weiterhin lediglich 1,1 Prozent. Das zeigt, dass unsere kleinen und mittleren Betriebe kreativer und krisenfester sind als viele Großbetriebe.
Auch die Milchviehbetriebe konnten heuer wieder etwas durchschnaufen. Denn anders als erwartet, hat sich der Milchpreis im Jahresverlauf positiv entwickelt. Unsere bayerischen Agrarprodukte sind überhaupt weltweit gefragt: Trotz internationaler Handelsbeschränkungen und geopolitischer Konflikte ist der Export unserer Ernährungswirtschaft im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen. Damit könnte er heuer erneut ein Rekordvolumen erreichen. Das alles lässt uns doch optimistisch in die Zukunft blicken.
Mit Sorge erfüllt mich allerdings die Diskussion um die Anbindehaltung. Dass der Handel und einzelne Molkereien hier eine eigene Marktpolitik betreiben, um sich Marktanteile zu sichern, ist zwar verständlich. Aber das gefährdet unseren Weg der sanften Umstellung und wird zu vorzeitigen Betriebsaufgaben führen. Meine Position ist klar: Ich stehe zur Süddeutschen Erklärung, die zusammen mit dem Berufsstand und der Wirtschaft entwickelt wurde. Statt auf Fristen und Verbote setzen wir auf Freiwilligkeit und Förderung. Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns gemeinsam auf die Definition der sogenannten Kombinationshaltung verständigen, um die aktuellen Debatten wieder zu beruhigen und für die betroffenen Betriebe Verlässlichkeit zu schaffen.
Die Staatsregierung steht zu den bäuerlichen Familienbetrieben und zum Eigentum an land- und forstwirtschaftlichem Grund und Boden. Gemeinsam mit Ihnen, liebe Bäuerinnen und Bauern, möchte ich die Zukunft dieser wichtigen Branche gestalten und Sie unterstützen, die kommenden Herausforderungen zu meistern. Ich denke dabei auch an die Sicherung der Generationenfolge in der Landwirtschaft, ohne die es keine Zukunft geben kann. Oder an die Neuausrichtung der Investitionsförderung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Mein Ziel ist es auch, junge Bäuerinnen und Bauern mit ihren Zukunftsvorstellungen stärker in den agrarpolitischen Diskurs einzubeziehen. Dazu werde ich eine Junglandwirte-Kommission einrichten, die sich mit den Themen Innovation, Bildung, Beratung und modernen Formen des Dialogs befassen soll. Gerade Letzteres muss aus meiner Sicht noch verstärkt werden. Wir müssen dort vertreten sein, wo der Dialog heute stattfindet: in den sozialen Medien. Um meinungsprägend zu sein müssen wir auch schneller werden und mit noch mehr Emotionen arbeiten.
Wir haben viel vor im neuen Jahr. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und danke Ihnen von Herzen für Ihren täglichen Einsatz. Für 2019 wünsche ich Ihnen und Ihren Familien alles Gute, Gesundheit, Glück und Gottes Segen.