Gemeinsame Agrarpolitik

Kaniber spricht sich für Außenschutz aus

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 28.09.2020 - 15:51

Eine zwingende Voraussetzung des Green Deals sei ein wirksamer Außenschutz vor Umwelt- und Sozialdumping, so die Ministerin.

Agrarministerin Bayern

Salzburg  – Im Green Deal, mit dem Europa zum ersten klimaneutralen und nachhaltigen Kontinent werden will, sieht Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber auch für die europäische Landwirtschaft eine große Chance.

„Klimaschutz funktioniert nur mit den Bauern, nicht gegen sie. Unsere Betriebe in Land- und Forstwirtschaft leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Die hohen Umweltstandards in Europa müssen allerdings auch bei Importen berücksichtigt werden. Wenn die importierten Produkte den gleichen Umwelt- und Klimastandards unterliegen, werden die bäuerliche Landwirtschaft und regionale Vermarktungsstrukturen in Europa nachhaltig gestärkt“, sagte die Ministerin am Montag auf dem 16. Salzburger European Summit.

Eine zwingende Voraussetzung des Green Deals, wie auch der beiden EU-Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt und „Vom Hof auf den Tisch“, sei daher ein wirksamer Außenschutz vor Umwelt- und Sozialdumping.

Wirtschaftlichen und soziale Aspekte berücksichtigen

Zudem forderte die Ministerin von der EU-Kommission, bei den drei Strategien auch die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu berücksichtigen. „Das Thema Nachhaltigkeit betrifft nicht nur die Ökologie. Hier brauchen wir eine ehrliche und faire Diskussion“, sagte Kaniber. Auflagen für mehr Umwelt- und Klimaschutz dürften weder die Ernährungssouveränität noch die wirtschaftliche Zukunft der Bauernfamilien in Europa gefährden. Hier sei aber auch der Verbraucher gefordert: „Der Erfolg des Green Deals entscheidet sich nicht nur in Verhandlungsrunden in Brüssel oder gar in Talkshows, sondern auch an der Ladentheke“, so der Appell der Ministerin.