Bayerischer Bauernverband

Im Kampf um faire Erzeugerpreise

Cham_b
Florian Zach
am Mittwoch, 09.12.2020 - 12:10

Cham: BBV-Vertreter sprechen mit Bundespolitiker Karl Holmeier

Trotz Corona ist es wichtig, im Dialog zu bleiben. Deshalb trafen sich die Mitglieder der Kreisvorstandschaft des Bayerischen Bauernverbandes Cham mit dem örtlichen Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier, um ihm die Anliegen der hiesigen Landwirte vorzutragen. Der gegenwärtigen Situation war es geschuldet, dass der Gesprächskreis lediglich aus wenigen und ausgewählten Teilnehmern bestand.

Sinkende Einkommen mindern Perspektiven

Zunächst stand die Novelle des Erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG) auf der Tagesordnung. Damit für die Landwirte der Bau einer Biogasanlage lukrativ bleibt, sollten vom Gesetzgeber zusätzliche Anreize geschaffen werden. Einige Landwirte denken da etwa an einen Güllebonus. Im Bereich der Photovoltaikanlagen wünschen sich die Landwirte, dass der Weiterbetrieb solcher Anlagen, welche demnächst die Zwanzig-Jahresgrenze erreichen werden und dadurch aus der staatlichen Förderung fallen, sichergestellt wird. Zudem hofft man auf eine attraktivere Ausgestaltung der Eigenverbrauchregelung.
Der BBV-Kreisobmann Josef Wutz ging auf die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Cham ein. Wutz fasst zusammen, dass zahlreiche Änderungen und Herausforderungen den Landwirten das Leben schwer machen würden. „Massiv ist auch, dass die Einkommen der Landwirte sinken. Wenn die Einkommen sinken, dann wird es auch immer schwieriger neue Perspektiven zu sehen“, betonte der Kreisobmann.

Kein Ende der Fahnenstange zu sehen

Wutz nannte konkrete Beispiele: In der Ferkelerzeugung hätten viele Betriebe, mit staatlicher Förderung und Beratung, ihre Schweinehaltung modernisiert und unter Berücksichtigung von Tierwohlaspekten Geld investiert. Neue Beschlüsse und Vorgaben machen nun weitere Investitionen notwendig. „Die Landwirte sehen einfach das Ende der Fahnenstange nicht. Viele unter ihnen verlieren ihr Vertrauen in die staatlichen Institutionen, sind frustriert und resignieren“, warnte Kreisobmann Wutz.

Erschwerend kommt aus Sicht der Bauernschaft hinzu, dass nur noch etwas mehr als 70 Prozent aller Ferkel aus Bayern kommen. Für die nächsten Jahre wird erwartet, dass die Ferkelerzeugung in der Region einen enormen Rückgang verzeichnen wird. Härter werden es auch Rinderhalter haben, die auf ihren Betrieben nach wie vor mit der Anbindehaltung arbeiten. Der Druck, diese Haltungsform zu durchbrechen, komme überwiegend vonseiten des Lebensmitteleinzelhandel, berichtet ein Vertreter des BBV.
Außerdem belastet, über alles hinweg, die Corona-Pandemie die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Pandemie habe zu Verwerfungen auf den Absatzmärkten mit negativen Folgen für die Kassen der Landwirte geführt. Dabei seien nicht nur für Schweinefleisch die Preise dramatisch eingebrochen, sondern auch in den allermeisten anderen Bereichen landwirtschaftlicher Güter.

Folgen von Gesetzen besser berücksichtigen

Hinsichtlich neuer Gesetze und weiterer Verordnungen wünschen sich die Landwirte eine klare Folgenabschätzung. Für die Bauern sind klare Verhältnisse, ausreichend Zeit für die Umsetzung von Vorgaben und eine angemessene Honorierung ihrer Leistungen unabdingbar. Dem voran steht, dass die Erzeugerpreise endlich kostendeckend ausgestaltet werden müssen.