Zukunft gestalten

Jungbauern: Nachhaltig geht mit Bio und konventionell

Planung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 03.07.2020 - 11:29

Bayerische Jungbauernschaft bezieht Stellung zum Zukunftsbild der Landwirtschaft in dem Impulspapier „Wir schafft Wunder“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Mit dem Impulspapier „Wir schafft Wunder“ stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Zukunftsbilder des Jahres 2050 dar. Ziel ist eine Weiterentwicklung verschiedener Bereiche wie beispielsweise Industrie und Mobilität, aber auch der Landwirtschaft hinsichtlich sozialer und ökologischer Aspekte. Der Bayerischen Jungbauernschaft e.V. (BJB) und ihren Mitgliedern ist das Thema Nachhaltigkeit ein großes Anliegen.

Dogmatische Grabenkriege bringen nichts

Bereits heute setzen sich die Landwirte, sowohl konventionell als auch ökologisch, für eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Betriebe ein. Dazu werden aktiv Maßnahmen, beispielsweise die Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln oder der Humusaufbau, implementiert.

Die dogmatische Unterscheidung in „ökologische“ und „konventionelle“ Landwirtschaft ist nach Ansicht er Jungbauern dagegen für eine nachhaltige Landwirtschaft nicht hilfreich. Damit die Landwirtschaft für die Zukunft gerüstet ist, müssen daher die Stärken von ökologischen und konventionellen Systemen im Sinne der integrierten Landwirtschaft vereint werden, statt diese strikt zu unterscheiden.

Digitalisierung birgt Chancen für den Klimaschutz

Für eine nachhaltige Zukunft sind innovative Ansätze notwendig. Neuen Technologien kommt dabei insbesondere in Hinblick auf den Klimawandel eine tragende Rolle zu. Potential für die Zukunft bieten nicht nur alte Pflanzensorten oder solche aus anderen klimatischen Gebieten, sondern auch neue Züchtungstechnologien müssen berücksichtigt werden.

Die Digitalisierung biete große Chancen für die Landwirtschaft, so die Jungbauern. Bereits würden Technologien des Precision Farming beispielsweise bei der präzisen Ausbringung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln helfen. Aktuell würden die hohen Kosten aber kleinere und mittlere Betriebe daran hindern, stärker von den Möglichkeiten dieser Technologien zu profitieren, sodass hierbei noch ein großes Potential für einen Ausbau bestehe.

In vielen ländlichen Räumen limitiere zudem die mangelnde Infrastruktur die Möglichkeiten, die Chancen der Digitalisierung in vollem Umfang zu nutzen. Daher müsse parallel zur Forderung nach verstärkter Digitalisierung auch aktiv der Ausbau der zugehörigen Infrastruktur vorangetrieben werden.

Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Die landwirtschaftlichen Betriebe sind der Motor der ländlichen Räume. Damit die ländlichen Räume weiterhin lebendig bleiben, sollte bei der Weiterentwicklung der Landwirtschaft ihre hohe Bedeutung für die sozialen Strukturen auf dem Land und für den Erhalt der Kulturlandschaften beachtet werden.

Trotz ihrer regionalen Verankerung stehen die Betriebe in einer globalisierten Welt in Konkurrenz mit anderen Lebensmittelproduzenten auf dem Weltmarkt, die bei ihrer Arbeit an niedrigere Standards gebunden sind und dadurch Wettbewerbsvorteile haben. Damit die Lebensmittelproduktion nicht als Folge in das Ausland abwandert, muss auch dieser Aspekt bei der Setzung neuer Standards beachtet werden. Neue Wege müssen gegangen werden, damit die deutsche Lebensmittelproduktion mit ihren vorbildlichen Standards in Zukunft auf dem Weltmarkt bestehen kann.

Ernährungssicherheit gewährleisten

Nicht zuletzt sollte man bedenken, dass Nachhaltigkeit nicht nur ökologische und soziale Aspekte, sondern auch die Ökonomie umfasst. Bis zum Jahr 2050 wird ein starker Anstieg der Weltbevölkerung erwartet (FAO, How to Feed the World in 2050, 2009).

Die Landwirte müssen daher auch in Zukunft in die Lage versetzt werden, nicht nur sich selbst und ihre Familien, sondern auch die Weltbevölkerung mit ihren Erträgen zu ernähren. Den Weg in eine nachhaltige Zukunft kann die Landwirtschaft als Bestandteil eines komplexen Systems jedoch nicht allein gehen. Alle Teile der Gesellschaft müssen ihren Beitrag leisten, damit am Ende tatsächlich ein Wunder geschaffen werden kann.

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