Agrarpolitik

Jugendverbände wollen wirtschaftliche Anreize sehen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 08.11.2021 - 07:00

Die Jugend auf dem Land erwartet von der künftigen Regierung klare und langfristige Signale für den Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft.

Junglandwirte-Tierhaltung_Unterricht

In einem Offenen Brief fordern zwölf Jugendverbände in der Hochphase der Koalitionsverhandlungen von SPD, Grüne und FDP ein zukunftsfähiges Landwirtschafts- und Ernährungssystem und damit Perspektiven für die junge Hofübernehmer zu schaffen. Eine Voraussetzung dafür seien langfristige politische Vorgaben. Dabei listeten sie zehn konkrete Punkte auf. Damit die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, müssten für die Wiedervernässung von Mooren und die Reduzierung von Stickstoff betriebliche Anreize geschaffen werden.

Da sich der Fleischverbrauch verringern und folglich der Produktion tierischer Erzeugnisse sinken wird, sollte die Regierung geeignete Transformationspfade für tierhaltende Betriebe stützen, heißt es weiter in dem Schreiben. Der Umbau der Nutztierhaltung müsse schleunigst vollzogen und gefördert werden.

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Flächenverbrauch senken und mehr Grünland schaffen

Zum Schutz der Artenvielfalt seien der Flächenverbrauch zu reduzieren, Dauergrünland auszuweiten und vernetzte Lebensräume für Fauna und Flora zu schaffen. Vorangetrieben werden müsse die Minderung von chemisch-synthetischem Pflanzenschutz. Regionale Kooperationen sollte die Politik gezielt unterstützen.

Die Verbände bekennen sich zu einem weiteren Ausbau des Ökolandbaus und fordern Maßnahmen, um eine gesunde und klimafreundliche Ernährung zu stärken. Die öffentliche Hand sollte ihre beachtliche Nachfragemenge nutzen, um beispielsweise in Schulen, Mensen und Bundeskantinen deutlich mehr ökologisch produzierte Lebensmittel anzubieten. Die EU-Direktzahlungen seien in den nächsten beiden Förderperioden umzuwandeln und die Mittel für die Honorierung gesellschaftlicher Leistungen einzusetzen.

Mit Material von AgE

Muus warnt vor Rosinenpickerei

Muus-Kathrin

Das Bundesvorstandsmitglied der BUNDjugend, Myriam Rapior, und die Bundesvorsitzende vom Bund Deutscher Landjugend (BDL), Kathrin Muus, riefen die Parteien dazu auf, die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) umzusetzen.

Wenn die nächste Regierung die Forderungen umsetze, „gehen wir einen großen Schritt in Richtung nachhaltige Landwirtschaft“, erklärte Rapior, die ebenso wie Muus der ZKL angehörte. Die BDL-Vorsitzende warnte die künftigen Koalitionäre mit Blick auf die ZKL-Empfehlungen vor Rosinenpickerei.