Aktionsprogramm Insektenschutz

Insektenschutzgesetz: Kartoffelbauern fürchten um Pflanzgut

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 09.02.2021 - 05:00

Die Union der deutschen Kartoffelwirtschaft sieht durch das Insektenschutzgesetz den Anbau von Pflanzkartoffeln in Gefahr.

Pflanzkartoffeln

„Ohne Pflanzenschutz gibt es keine Pflanzkartoffeln und damit auch keine Konsumkartoffeln“ so Olaf Feuerborn, Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA). „Die derzeit diskutierten Verbote für Pflanzenschutzmittel im Aktionsprogramm Insektenschutz (API) stellen nicht nur den Erwerbsanbau in Frage. Sie konterkarieren sogar die Aktivitäten der Kartoffelwirtschaft für mehr Insektenschutz und Biodiversität.“

Um gesunde, leistungsfähige Pflanzkartoffeln zu produzieren, bedürfe es wirksamer und praktikabler Pflanzenschutzverfahren. Sonst kann laut Feuerborn Vermehrungsmaterial weder in der geforderten Qualität, noch in den benötigen Mengen zur Verfügung gestellt werden.

Integrierter Pflanzenschutz senkt Aufwandmengen

Mit der Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) im Kartoffelanbau leistet laut Unika der Sektor einen wertvollen Beitrag, das mit dem Anwenden von Pflanzenschutzmitteln verbundene Risiko für Mensch, Tier und Naturhaushalt zu senken. „Beginnend mit vorbeugenden Maßnahmen, wie dem Anbau resistenter Sorten, über das Nutzen von Schadschwellen- und Prognosemodellen bis hin zu Precision Farming trügen die Kartoffelanbauer dazu bei, dass nur so viel Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wie unbedingt nötig, so der Interessenverband.

Zu den vielfältigen Aktivitäten für mehr Insekten- und Artenschutz in den Regionen zählt die Kartoffelwirtschaft kooperative Modelle mit Stakeholdern vor Ort, etwa bei der Anlage von Ausgleichsflächen (z.B. Blühstreifen) oder im Bereich Wassermanagement. „Dieser erfolgreiche kooperative Ansatz sollte daher die Blaupause für den Antritt der Bundesregierung sein. Er ermöglicht Insekten- und Artenschutz wie auch Ernährungssicherheit gleichermaßen“, verlangt Feuerborn.