Aktionsprogramm Insektenschutz+++update+++

Insektenschutzgesetz: Bauern planen etliche Protestaktionen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 08.02.2021 - 17:30

Der Protest der Bauern gegen das Insektenschutzgesetz nimmt zu. In vielen Regionen sind Protestaktionen geplant.

Bauerndemo-DBV-Insektenschutzgesetz

Im Vorfeld der Entscheidung des Bundeskabinetts am kommenden Mittwoch, dem 10.2.2021, zum Aktionsprogramm Insektenschutz planen landwirtschaftliche Organisationen wie Bauernverband oder Land schafft Verbindung (LsV) verschiedene regionale Demonstrationen und Mahnwachen. Bereits gestern hat der Deutsche Bauernverband vor dem Bundeskanzleramt demonstriert. Die LsV-Sprecher Dirk Andresen (Schleswig-Holstein) und Claus Hochrein (Bayern) rufen ihre Berufskollegen und -kolleginngen auf, sich an den allen stattfindenden Aktionen zu beteiligen.

Neben einer zentralen Demo in Berlin plant der LsV mehrere regionale Aktionen, zum Beispiel in Bayern eine Mahnwache vor der Staatskanzlei in München. Auch in Gießen (Hessen) will der LsV präsent sein. Hier eine Auswahl.

  • Bereits heute, 5. Februar, protestieren Thüringer Landwirt*innen und Vertreter*innen des Thüringer Bauernverbandes (TBV) seit 8.30 Uhr vor dem Steigerwaldstadion in Erfurt gegen die drohende Abwicklung der Thüringer Landwirtschaft.
  • Ab Samstag, den 6. Februar bis Mittwoch 10. Februar 2021 jeweils von 10 bis 18 Uhr Mahnwache von LsV Bayern vor der Staatskanzlei in München, Pilotystraße.
  • Ab dem 7. Februar ist eine LsV-Demo und Mahnwache in Bonn beim Bundesumweltministerium geplant.
  • Montagabend, 8. Februar 2021: Der Bayerische Bauernverband ruft in ganz Bayern zu Mahnfeuern gegen das Aktionsprogramm Insektenschutz auf. Motto: Die Bäuerinnen und Bauern brennen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Artenvielfalt und den Umweltschutz.
  • Dienstag, 9. Februar 2021, vormittags, Demonstration von BBV Mittel- und Unterfranken, LsV Bayern (Unterfranken). Details stehen noch aus.
  • Am Dienstag, den 9. Februar 2021 veranstalten der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV) und Land schafft Verbindung (LSV) Traktor-Sternfahrten nach Alzey, Neustadt und Kaiserslautern. Unter dem Motto „Wir können Insektenschutz besser!“ setzen Landwirte ein deutlich sichtbares Zeichen in der Bevölkerung. Sie unterstützen damit die Forderung nach einem praxistauglichen Insektenschutz – gemeinsam mit der Landwirtschaft.
     

Höhere Auflagen ohne finanziellen Ausgleich

Für die Landwirtschaft sind gewaltige Einschnitte durch das Aktionsprogramm geplant. Durch Verbote von Insektiziden und Herbiziden in FFH- Gebieten, durch Abstände zu Gewässern, welche laut LsV aus keiner wissenschaftlichen Grundlage heraus begründet sind, durch Unterschutzstellung von bestimmten, sogar gewerblich genutzten Obstbaumbeständen und Grünlandbeständen, sollen mindestens 1.320.000 ha (8%!) wertvolle Nutzfläche in Deutschland zur Nutzung und zur Ernährungssicherung verloren gehen - ohne irgendeinen finanziellen Ausgleich, beklagt die Organisation.

Nicht zu vergessen ist laut LsV, dass die deutsche Landwirtschaft bereits 10 Prozent der Nutzfläche für den Natur- und Artenschutz zur Verfügung stellt, in Form von Agrarumweltmaßnahmen, Vertragsnaturschutz und ökologischer Vorrangfläche! Vorzeigebeispiele für ein erfolgreiches Miteinander!