Artenschutz

Insektenschutz: Bauernverband kritisiert Entwurf

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 05.08.2020 - 18:11

Erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht der Bauernverband beim Insektenschutzentwurf. Viele Bauern müssen ein Ackerbauverbot fürchten.

Randstreifen

Die aktuellen Vorschläge des Bundesumweltministeriums für ein Insektenschutzgesetz sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisch. „Dieser Gesetzentwurf ist unausgewogen. Nichtlandwirtschaftliche Einflussfaktoren, etwa Lichtverschmutzung oder Flächenfraß, werden nicht ernsthaft angegangen, während der Teil zur Landwirtschaft Regelungen im Übermaß vorsieht“, so der Generalsekretär des DBV, Bernhard Krüsken.

Die geplanten Gewässerrandstreifen von 10 m stellen laut DBV ein faktisches Ackerbauverbot für viele Flächen dar, da dort Pflanzenschutz nicht mehr möglich sein wird. Das BMU schieße hiermit einmal mehr weit über das Ziel hinaus und lege die Axt an freiwillige Gewässerrandstreifenprogramme der Länder.

Pauschaler Biotopschutz für Streuobstwiesen

Krüsken Bernhard

Auch artenreiches Grünland und Streuobstwiesen pauschal unter Schutz zu stellen, sei nur ein Anreiz, solche Biotope gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine gesetzliche Unterschutzstellung dieser Biotope macht nach Krüskens Auffassung eine Förderung dieser Flächen unmöglich und gefährdet die erfolgreiche Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auf diesen besonderen Standorten. Es sei sinnvoller, mit Agrarumweltmaßnahmen und positiven Anreizen zu arbeiten.

Als übergriffig müssten die Versuche des BMU gewertet werden, Einfluss auf die landwirtschaftliche Bodennutzung zu nehmen. Das BMU sei stattdessen gefordert, endlich den Flächenverbrauch konsequent anzugehen. „Wir sehen bei diesem Gesetzesentwurf noch einiges an Nachbesserungsbedarf“, fasst Krüsken zusammen.

Bei Begrünung reichen 5 m Uferrandstreifen

Wie Nachrichtendienst Agra Europe berichtet, soll die Ressortabstimmung zum Entwurf des Insektenschutzgesetzes nach Angaben des Bundesumweltministeriums bis Ende August abgeschlossen sein. Dann gehe das Papier in die Verbändeanhörung.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze schlägt für die Landwirte unter anderem einen Randstreifen von 10 m zwischen Gewässern und Flächen, auf denen chemischer Pflanzenschutz betrieben wird. Sofern der Gewässerrandstreifen dauerhaft begrünt ist, soll ein Anstand von 5 m ausreichend sein.