Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Abstimmung

Initiative gegen Massentierhaltung in der Schweiz gescheitert

Rinderstall
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 26.09.2022 - 15:40

Das Ergebnis an der Urne fiel höher aus als erwartet. Rund 63 Prozent der Schweizer haben die Initiative abgelehnt.

Eine Initiative hat sich in der Schweiz zum Ziel gesetzt, die Massentierhaltung zu verbieten. Darüber haben die Schweizer nun abgestimmt.

Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass keine Mehrheit zustande kommen würde. Es war aber dennoch ein knappes Ergebnis erwartet worden. Dass nun 63 Prozent und damit eine deutliche Mehrheit sich dagegen aussprach, kam dann doch etwas überraschend.

Ein heftig umstrittener Punkt war, ob es in der Schweiz aufgrund der ohnehin bereits strengen Gesetzgebung überhaupt eine Massentierhaltung gibt. Nachdem es schwierig war, hier klare Grenzen zu benennen, verlagerten die Befürworter die Argumentation stärker in die Richtung, die Tierwürde stärker zu schützen.

Schweizer Bauerverband zeigt sich erleichtert

"Die Schweizer Landwirtschaft ist froh über diesen Entscheid", äußerte sich der Bauernverband zu dem Ergebnis. Für den Bauernverband existiert das von der Initiative angestrebte Ziel ohnehin bereits, nämlich in Form des Biolandbaus. Wenn alle Ja-Stimmenden in Zukunft das Angebot des Biolandbaus nutzen würden, "dann können sich Bio-Lebensmittel und andere besonders tierfreundliche Labels über eine markante Steigerung des Absatzes bei tierischen Produkten freuen und zahlreiche Bauernbetriebe ihre Tierhaltung umstellen", so der Verband.

Gegner der Inititative befürchteten ein Absinken der inländische Produktion und eine steigende Abhängigkeit von Importen.

Träger der Initiative sprechen von einer vertanen Chance

In einer Stellungnahme sagte das Initiativkomitee, dass es die Entscheidung zur Kenntnis nehme. Mit dieser Abstimmung sei aber eine Chance verpasst worden, die Weichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu stellen.

Das Scheitern führt das Komitee auf eine Kampagne der Gegner zurück, die Ängste geschürt hätten. Es sei vor Billigimporten als auch vor leeren Regalen gewarnt worden. Eine fragwürdige Rolle unterstellen sie auch dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) bzw. der Bundeskanzlei, die mit fragwürdigen Zahlen an die Öffentlichkeit gegangen wären.