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Holzmarkt

Holzpreise: Absage an Exportstopp

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 11.05.2021 - 18:42

Bayerns Holzwirtschaft sieht im Exportstopp keine Lösung. Das wurde beim Runden Tisch deutlich.

Holzexport-Container-Verladung

Die Expertenrunde beim Runden Tisch zum Holzmarkt am Dienstag (11.5.) im bayerischen Wirtschaftsministerium hat dem Ruf nach Exportzöllen eine klare Absage erteilt. Am Wochenende hatte die SPD-Bundestagsfraktion einen Exportstopp ins Gespräch gebracht. Damit will sie die steigenden Holzpreise stoppen.

Bayern profitiere als Exportland von einem freien, fairen und nachhaltigen Welthandel und verlässlichen Rahmenbedingungen. Exportzölle wären gegenüber vielen Handelspartnern, auch gar nicht zulässig, hieß es in der Runde. „Derartige Maßnahmen würden als Bumerang zurückkommen und uns mehr schaden als nutzen. Die Sägewerke müssen die regionalen Handelspartner im Auge haben, Exportverbote sind aber nicht ohne Weiteres durchsetzbar,“ so die Diskussionsteilnehmer.

Begrenzten Fichteneinschlag entschärfen

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber haben sich in der Runde gemeinsam dafür ausgesprochen, die Wertschöpfungskette Holz zu stärken. „Bayerns Holzwirtschaft ist gut aufgestellt, muss aber künftig noch besser koordiniert werden“, meinte Aiwanger. Es sei wichtig, dass Baumaterial Holz verfügbar bleibt und jeder in der Wertschöpfungskette gerecht bezahlt werde, auch der Waldbesitzer. Der Wirtschaftsminister forderte erneut, die aktuelle Einschlagsbeschränkung für Holz dringend zu entschärfen, wenigstens für Waldbesitzer bis 50 Hektar, um die kleinen Waldbesitzer jetzt nicht vom Holzmarkt mit steigenden Preisen auszuschließen.

Forstministerin Kaniber plädierte für regionale Wertschöpfungsketten. Sie könnten einen wichtigen Beitrag leisten, damit der klimafreundliche Rohstoff Holz wieder da verarbeitet und verbaut werde, wo er gewachsen sei. Auch sie will, dass Bayerns Waldbesitzer wieder den Preis erhalten, den ihr Holz verdient hat. „Schon vor Wochen habe ich die Regelung zum Schutz der kleinen Waldbauern beim Bund eingebracht, dort müssen jetzt weitere Schritte folgen,“ forderte Kaniber.

Schub durch neue Bauordnung erwartet

Nach Auffassung der beiden Minister wird die seit Februar 2021 geltende bayerische Bauordnung dem Holzbau weiteren Schub geben, weil der Einsatz von Holz als Baumaterial deutlich erleichtert wird. Um den steigenden Bedarf in Deutschland zu decken, wurde die Produktions- und Verarbeitungskapazitäten der Säge- und Holzindustrie nochmals ausgeweitet.

Die Sägeindustrie werden diese Abnehmer im Inland auch später wieder brauchen, ist die Forstministerin überzeugt. 2020 wurden mehr als 25,2 Mio. Kubikmeter Schnittholz produziert und damit ein neuer Produktionsrekord erreicht. Weitere Ausbauten und Erweiterungen seien in den nächsten Jahren geplant, so Kaniber.

Die Bayerische Staatsregierung fördert seit 2006 in der Cluster-Offensive Bayern Forst und Holz. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Bauen mit Holz wird daher unausweichlich die Säule des zukünftigen Bauens sein. Dabei sollten alle aus der Wertschöpfungskette Holz von dieser Entwicklung profitieren“, meint der neue Clustersprecher Forst und Holz, Holzbauunternehmer Alexander Gumpp. „Durch den engen Zusammenhalt im ganzen Cluster und der Weiterentwicklung von Innovationen werden wir auch die aktuell weltweite hohe Nachfrage nach Bauprodukten erfolgreich meistern,“ ist der Unternehmer überzeugt.