Flutwelle

Hochwasserkatastrophe: Klöckner will schnelle Hilfe

Rheinland-Pfalz
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Sonntag, 18.07.2021 - 09:28

Unfassbares Leid haben Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen angerichtet. In der Nacht auf Sonntag traf es Bayern, vor allem das Berchtesgadener Land.

Extrem starke und ausdauernde Regenfälle haben zu schweren Überflutungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geführt. In Rheinland-Pfalz besonders stark betroffen sind die Gebiete ums Ahrtal (der Landkreis Ahrweiler und der Ort Schuld), die Eifel und die Stadt Trier. In Nordrhein-Westfalen sind es die Städte Hagen und Wuppertal sowie der Kreis Euskirchen, der Rhein-Sieg-Kreis, der Rhein-Erft-Kreis (insbesondere Erftstadt), der Rheinisch-Bergische Kreis und Teile des Bergischen Landes. Mindestens 155 Menschen sind durch das Hochwasser ums Leben gekommen, viele werden noch vermisst.

Schnell anwachsende Bäche und Flüsse haben binnen Stundenfrist Häuser überflutet, teils sogar weggespült und Erdrutsche verursacht. Die Straßen sind häufig unbefahrbar. Die Stromversorgung fiel aus oder musste aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden und Funknetze brachen zusammen.

Den Betroffenen helfen

Es sind unfassbare Bilder von Leid, beschreibt Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner die aktuelle Situation. Verheerende Folgen verursachten die stark angestiegenen Flusspegel in den Städten. Die Ministerin dankte den Hilfskräften und auch den zahlreichen Bauernfamilien aus dem ganzen Land, die ihre Arbeitskraft, Traktoren und Gerätschaften zur Verfügung stellten für die Aufräum- und Hilfsmaßnahmen.

Auf den landwirtschaftlichen Betrieben in der Region sind Ernten, Maschinen und Scheunen zerstört, Keller überflutet. Winzer können nicht in ihre Weinberge. Aufgrund der Nässe herrscht ein enormer Pilzdruck.

"Hier bedarf es jetzt unkonventioneller Hilfen und unbürokratischer Organisation", sagte die Ministerin. Sie erwägt den Einsatz von Hubschraubern, um schnell wieder auf die Flächen zu kommen und dort wichtige Maßnahmen durchführen zu können. Den einzelnen Weingütern sei die Schädlingsbekämpfung selbst gar nicht mehr möglich. Straßen seien weitgehend unbefahrbar. So brauche es Hilfe von außen.

Jetzt Südostbayern hart getroffen

Besonders stark betroffen ist der Landkreis Berchtesgadener Land. Hier haben sintflutartige Regenfälle in der Nacht zum Sonntag (18.7.) zu Überschwemmungen geführt. "Die Realität hat uns eingeholt", sagte Landrat Bernhard Kern heute um 9 Uhr auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Um 22.22 Uhr musste im Berchtesgadener Land der Katastrophenfall ausgerufen werden. Häuser drohten einzustürzen und rund 130 Personen  muss evakuiert werden.

Die Wassermassen ließen in mehreren Orten den Fluss Berchtesgadener Ache sprunghaft ansteigen, wie der Münchner Merkur meldet. Es kam zu Erdrutschen und Murenabgängen, einzelne Häuser mussten geräumt werden. Zwei Menschen kamen ums Leben.

In Passau schleppte die Polizei vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, weil die Pegelstände stiegen.