Herkunftskennzeichnung

Die Herkunft soll überall ersichtlich sein

Josef Koch
Josef Koch
am Samstag, 04.12.2021 - 07:00

EU-weit gibt es ein Flickenteppich bei der Kennzeichnung. Damit soll Schluss sein, fordern Bayerns Bauern.

Region-Supermarkt-Einkauf

Die Delegierten der BBV-Landesversammlung fordern eine EU-weit einheitliche und verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel. Das hat das Bayerische Bauernparlament am vergangenen Donnerstag (2.12.) beschlossen.

Nach Auffassung der Delegierten ist der Flickenteppich zu verpflichtenden Regelungen für die Herkunftskennzeichnung innerhalb der Europäischen Union in einem EU-weiten Markt und Wettbewerb nicht akzeptabel. Die Kennzeichnungspflicht umfasst auch die Primärzutaten von verarbeiteten Produkten sowie die Lebensmittel im Außer-Haus-Verzehr. Bei der konkreten Ausgestaltung ist auf die Umsetzbarkeit in den jeweiligen Erzeugungs- und Vermarktungsketten zu achten.

Auch die künftige Regierung will ab 2022 eine verbindliche Tierhaltungs- und umfassende Herkunftskennzeichnung einführen, die auch Transport und Schlachtung umfasst. Als Ziel nennt die Ampel entsprechende verbindliche EU-weit einheitliche Standards.

Die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln trägt nach BBV-Ansicht wesentlich zur Transparenz in der Wertschöpfungskette bei und ist ein belegter Verbraucherwunsch. So sind in der EU die gesetzlichen Anforderungen, zum Beispiel bei Sozialstandards  sowie  im Umwelt-, Klima- und Tierschutz im Vergleich zu Drittstaaten deutlich höher. Zudem nehmen auch die Unterschiede zwischen den EU-Staaten zu. Dabei lehnt der BBV jedoch nationale Alleingänge in der EU grundsätzlich ab. Aus Verbandssicht gewinnt die Kennzeichnung der Herkunft an Bedeutung und Aussagekraft. 

Lücken bei verarbeiteten Produkten und Außer-Haus-Verzehr

Aktuell gibt es in verschiedenen Bereichen eine verpflichtende EU-weit geltende Herkunftskennzeichnung, zum Beispiel für frisches Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, frisches Obst und Gemüse sowie Honig. Einzelne EU-Mitgliedstaaten haben außerdem für weitere Produkte wie Milch Regelungen auf nationaler Ebene eingeführt, zum Beispiel Frankreich und Italien.  

Darüber hinaus gibt es freiwillige Herkunftskennzeichnungen, wie die staatlichen Siegel Geprüfte Qualität Bayern (GQB) und Bayerisches Bio-Siegel (BBS). Die bestehenden Kennzeichnungen decken laut Verband aber nicht den gesamten Lebensmittelmarkt ab.

„Blinde Flecken“ sind insbesondere verarbeitete Produkte und das gesamte Segment des Außer-Haus-Verzehrs, dessen Bedeutung ständig zunimmt. Darüber hinaus ist der Produktbereich Milch und Milchprodukte bisher nicht von einer EU-weit verpflichtenden Herkunftskennzeichnung erfasst.

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