Trockenheit

Ein heißes Thema für die Politik

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Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 02.05.2019 - 10:50

Scheinbar hat man auf Bundesebene ziemlich Angst vor einer neuen Dürre.

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Vergangene Woche geschah etwas Seltsames: Am Mittwoch trudelte eine Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes ein, in der ungefähr stand: „Wenn es weiter so trocken bleibt, bekommen wir wieder eine Dürre.“ Einen Tag darauf sah sich das Bundeslandwirtschaftsministerium bemüßigt, klarzustellen, das alle Prognosen zum Sommer Spekulation seien. Im Übrigen tue der Bund sehr viel, um die Landwirte beim Risikomanagement zu unterstützen. Man habe dazu sogar eine Broschüre herausgegeben.

Scheinbar hat man auf Bundesebene ziemlich Angst vor einer neuen Dürre, weil man weiß, dass der Finanzminister keine zusätzlichen Hilfen lockermachen wird. Darum wird sie dementiert, bevor sie überhaupt kommt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Dabei waren schon die Dürrehilfen, die der Bund 2018 bereitgestellt hat, mit Formalien und Bürokratie so reich gesegnet, dass von 170 Millionen Euro immer noch 88 Millionen übrig sind.

Auch in Bayern gibt es Sorge vor einer möglichen Dürre, weil ab Juli keine Soforthilfen mehr möglich sein sollen. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber wirbt darum im Bundesrat für zwei Dinge: Auch für das Risiko Trockenheit soll künftig ein ermäßigter Versicherungssteuersatz gelten. Die Idee ist so gut, dass man sich fragt, warum sie nicht schon längst umgesetzt wurde. Den Bauern hilft das und den Staat kostet es nur wenig.

Außerdem will Kaniber, nach österreichischem Vorbild, die Prämien für Mehrgefahrenversicherung bezuschussen. Davon halte ich nicht viel, denn das Geld fehlt anderswo (EU-Direktzahlungen?). Einen hübschen Anteil der Mittel streichen die Versicherungen zur Kostendeckung ein. Der Rest wird dann, hoffentlich, wieder an die Bauern ausgeschüttet – aber sicher ungleicher als die EU-Gelder, weil nicht jeder Landwirt sich gleichermaßen versichert.