Agrarpolitik

Wir haben es satt: Fußabdrücke statt Großdemo

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 13.01.2021 - 13:06

Mit Fußabdrücken wollen am Samstag in Berlin 60 Organisationen für eine Agrarwende demonstrieren.

Agrarbündnis-Bayern-Demo-Marienplatz

Wenige Tage vor dem „Wir haben es satt!“-Protest am Kanzleramt fordern 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft eine grundlegende Wende in der Agrar- und Ernährungspolitik. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe nach fast vier Jahren im Amt kaum Nennenswertes vorzuweisen – außer einer bauern- und umweltfeindlichen Politik, so die Organisationen.

Nach deren Meinung beweist die rückwärtsgewandte Haltung Deutschlands bei den Verhandlungen zur EU-Agrarreform (GAP): "Klöckner ist nicht Willens, den gesellschaftlich gewollten Umbau der Landwirtschaft voranzubringen. Im Superwahljahr muss die Landwirtschaftspolitik enkeltauglich werden, denn nur so haben Höfe, Tiere und das Klima eine Zukunft", heißt es in einer Pressemitteilung.

Bereits am Montag dieser Woche hat das Verbändebündnis „Meine Landwirtschaft“ am Münchener Marienplatz  den Umbau der europäischen Agrarpolitik gefordert. Das Bündnis nimmt auch an den Aktionen in Berlin teil. Die Verbände, darunter die AbL, die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau (LVÖ), Tagwerk, Bund Naturschutz, Greenpeace sowie Deutscher Tierschutzbund wollen eine bäuerlich-ökologischere, gentechnikfreie Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung sowie Klimagerechtigkeit. Bäuerliche Erzeugergemeinschaften sowie handwerkliche Milch- und Fleischverarbeiter sollen stärker als bisher unterstützt werden.

„Bleibt Zuhause!“, sagt das Bündnis wegen der Pandemie und ruft mit der „Aktion Fußabdruck“ zum Protest auf Distanz auf. Tausende Menschen schicken dieser Tage ihre Fußabdrücke nach Berlin, wo diese am kommenden Samstag vor dem Kanzleramt in Szene gesetzt werden. Zuvor soll ein Protest der Bäuer*innen mit ihren Traktoren vor der CDU-Zentrale stattfinden.

Bäuer*innen mit Traktoren und Imker*innen mit Rauchtöpfen repräsentieren die Agrarwende-Bewegung anschließend bei dem Protest am Amtssitz von Kanzlerin Merkel.