Landwirtschaftsminister

Habeck begründet Nominierung von Özdemir

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Sonntag, 28.11.2021 - 09:22

Der Grünen-Bundesvorsitzende lobt Özdemirs Fähigkeiten als Vermittler zwischen verschiedenen Interessen.

Grünen

Jede Partei hat so ihren eigenen Kriterienkatalog zur Vergabe von Ämtern. Bei den Grünen gilt, dass mindestens die Hälfte in weiblicher Hand sein muss und dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Realos und Fundis herrscht. Mit Baerbock und Habeck waren bereits zwei Ministerposten an Realo-Vertreter vergeben. Mit Umweltministerin Steffi Lemke und Familienministerin Anne Spiegel kamen zwei Frauen aus dem linken Flügel dazu.

Damit legte der Proporz nahe, dass für das fünfte Amt ein Mann vorzusehen ist. Eine Vorfestlegung auf einen Flügel war aufgrund des bereits bestehenden 2:2-Verhältnisses nicht mehr nötig. Zur Wahl standen Cem Özdemir und Anton Hofreiter.

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Begnadeter Kommunikator

Grünen Fraktionsvorsitzender

Der Grünen-Bundesvorsitzende und designierte Vizekanzler Robert Habeck hat die Nominierung von Cem Özdemir zum neuen Agrarminister gegenüber der Osnabrücker Zeitung am 27. November begründet: „Cem Özdemir ist ein begnadeter Kommunikator, der es gut versteht, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen“. Diese Fähigkeit sei in der Landwirtschaft besonders wichtig, da hier unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen. Er habe darüber hinaus in seiner politischen Karriere immer an der Versöhnung von Ökonomie und Ökologie gearbeitet.

Diese Begründung lässt Rückschlüsse darauf zu, warum Hofreiter leer ausging. Er fällt unter die Hardliner in der Partei, vor allem was seine Einstellung gegenüber der Landwirtschaft betrifft. Eine Konsensfindung, so lässt sich aus der Begründung von Habeck ableiten, wäre unter Hofreiter wohl schwieriger gewesen.