EU-Agrarpolitik

Grünland: Stichtagsregelung soll Umbruch erleichtern

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Mittwoch, 29.07.2020 - 09:11

Die Bundesregierung setzt sich bei den Reformverhandlungen für einen Stichtag zum Grünlanderhalt ein. An der Fünfjahresfrist rüttelt sie aber nicht.

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Bei den Verhandlungen zur EU-Agrarreform macht sich die Bundesregierung für eine Stichtagsregelung stark. Danach soll nur bestehendes Dauergrünland unter die Erhaltungsregelung fallen, nach dem Stichtag neu entstehendes Dauergrünland dagegen nicht. Insoweit entfiele für Landwirte der Anreiz, potentielles Dauergrünland vor Ablauf der
Fünf-Jahres-Frist umzupflügen, um die Dauergrünlandentstehung zu verhindern, antwortet die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Trotz Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) soll es laut Bund bei der bisherigen Definition des Begriffs "Dauergrünland" bleiben. Besonders die Fünfjahresfrist für die Entstehung von Dauergrünland soll erhalten bleiben. Damit bleibe es bei der Praxis, dass Ackerland nach fünf Jahren ohne Umbruch und geregelte Fruchtfolge automatisch zu Dauergrünland wird.

Grünlandfläche wächst

Zwischen dem 16. Mai 2018 und dem 15. Mai 2019 haben 2.052 Landwirte nach Angaben der Bundesregierung 5.906 ha potenzielles Dauergrünland fristgerecht gepflügt und den Behörden mitgeteilt. Im gleichen Zeitraum seien Genehmigungen für das Umpflügen und Neuanlegen von 8.694 ha Dauergrünland für 1.985 Landwirte erteilt worden.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Grünlandfläche bis 2019 von 4,65 Mio. ha auf 4,75 Mio. ha leicht angestiegen. Mit Ausnahme von Niedersachsen, Saarland und Thüringen stieg die Grünlandfläche in allen Bundesländern an. Für Bayern weist die Statistik ein Zuwachs von 1,07 Mio. ha auf rund 1,08 Mio. ha aus.