Biologische Vielfalt

Grüne wollen mehr Bäume auf Feldern und Wiesen

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Dienstag, 26.05.2020 - 12:20

Mit einem Antragspaket wollen die Grünen in Bayern erreichen, dass das Land Agroforstsysteme fördert.

Agroforst-Pflanzen

Damit Agroforstwirtschaft in Bayern Fuß fasst, braucht es nach Auffassung der bayerischen Grünen eine gezielte Förderung. Die CSU/FW-Regierung müsse hier endlich aktiv werden und alle bereits jetzt existierenden Spielräume nutzen.

Dazu hat die Grüne Fraktion im Bayerischen Landtag mehrere Anträge eingereicht. Die Partei möchte die Agroforstwirtschaft als konkurrenzfähiges Bewirtschaftungssystem in der bayerischen Landwirtschaft verankern.

Das Antragspaket „Bäume auf Äcker, Wiesen und Weiden“ umfasst dabei mehrere Maßnahmen. So sollen künftig Agroforstsysteme ins bayerische
Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) aufgenommen werden. Es brauche eindeutige
förderrechtliche Rahmenbedingungen, damit interessierte Bäuerinnen und Bauern
die Einrichtung von Agroforstflächen weiterverfolgen. Im europäischen
Agrarförderrecht gelte die Ersteinrichtung bereits seit 2007 als förderfähig. Auch die Weide- und Freilandhaltung von Tieren müsse mit Agroforst kombinierbar sein.
 

Agroforst soll in Gemeinschaftsaufgabe (GAK)

Zudem soll sich Bayern dafür einsetzen, dass die Förderung von
Agroforstsystemen (AFS) in den Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung
der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) aufgenommen wird. Nur so ist eine
Co-Finanzierung möglich. Daneben sei der Anbau aller heimischen stockausschlagfähigen Baumarten in AFS ermöglichen.

Gleichzeitig muss der Freistaat laut Grünen-Fraktion die Forschung zur Agroforstwirtschaft  intensivieren. Insbesondere standortspezifische Studien hinsichtlich
der Umweltleistungen und der Vorteilswirkungen für die Landwirtschaft in den
verschiedenen Regionen Bayerns müssen gezielt gefördert werden.

Ebenso verlangen die Grünen eine Wissenstransferkampagne zu starten und das Beratungsangebot zu verbessern. Einen höheren Stellenwert müssten die AFS auch in de Ausbildung von Landwirten und Landwirtinnen einnehmen.

Viele Vorteile

Nach Auffassung der Grünen bieten Agroforstsysteme (AFS) vielen Vorteile. Sie binden und speichern Kohlendioxid, tragen zu Erosions-, Gewässer- und Windschutz bei, sorgen für ein kühlendes Mikroklima. Sie wirken sich positiv auf zentrale Bodenfunktionen aus, fördern den
Humusaufbau, die Biotopvernetzung und die Artenvielfalt. Ebenso stärken die Tiergesundheit und das Tierwohl.

Für die Landwirte stelle die Agroforstwirtschaft eine ökonomische und nachhaltige
Form der Klimaanpassung dar. Sie biete Diversifizierungsmöglichkeiten bei der
Produktion und mindere das unternehmerische Risiko, so die Grünen. Zudem können Synergien zwischen Bäumen und Kulturpflanzen die  Gesamtproduktivität steigern.