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Umbau der Landwirtschaft

Grüne Woche: Differenzen um Lebensmittelpreise

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 20.01.2022 - 14:20

Ernährungsindustrie und Bauernverband sind bei Lebensmittelpreisen unterschiedlicher Auffassung.

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Beim angestrebten Umbau der Landwirtschaft gibt es zwischen Ernährungsindustrie und Agrarbranche offenkundige Differenzen, was die künftigen Lebensmittelpreise anbelangt. Bei der Auftaktkonferenz zur digitalen „Internationale Grüne Woche Spotlights (IGW) 2022“ appellierte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ernährungswirtschaft, für bezahlbare Lebensmittelpreise.

„Wir brauchen einen gangbaren Weg, damit die Transformation trotzdem zu bezahlbaren Preisen führt“, richtete er seine Forderung an die Bundesregierung über Twitter. Rohstoff-, Energie- und Transportkosten seien aufgrund der Pandemie nahezu explodiert. Auch in Zukunft sollte es keine „Sozial-Veganer“ aufgrund zu hoher Fleischpreise geben.

Für Bauernverband muss Geld auf Höfen ankommen

Das sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) anders. „Für uns ist entscheidend, dass unsere Betriebe auch eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive haben. Dafür muss mehr Geld auf den Höfen ankommen,“ stellte Bauernpräsident Joachim Rukwied klar.

Er findet es positiv, dass der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir dies angehen will und hier nicht nur die Preise an der Ladentheke in den Blick nimmt, sondern auch die Erzeugerpreise. „Mit einem Erlösanteil von gerade einmal 21 Prozent an den Ausgaben für Lebensmitteln gibt es keine vernünftige langfristige Perspektive für die Landwirtschaft,“ so Rukwied.

Özdemir: Agrarpolitik ist nicht für Sozialpolitik zuständig

Bereits bei seiner „Regierungserklärung“ zur künftigen Agrarpolitik im Bundestag vergangenen Freitag (14.1.) sagte Bundesagrarminister Cem Özdemir, dass die Agrarpolitik nicht dafür sei, um Sozialpolitik zu machen. Dafür sind andere Ressorts in der Regierung zuständig. Ende Dezember hatte Özdemir angekündigt, den Ramschpreisen im Lebensmittelhandel eine Ende bereiten zu wollen.

Eine Mammutaufgabe ist laut DBV für die Landwirte der Umbau der Tierhaltung. Die Landwirte wollten noch mehr Tierwohl umsetzen, sie können diese tiefgreifende Transformation mit Kosten von rund vier Milliarden Euro pro Jahr aber nicht alleine stemmen. Entscheidend sei, dass die neue Bundesregierung nicht bei ihren Ankündigungen stehen bleibe, sagte der deutsche Bauernpräsident.

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