EU-Agrarpolitik

Green Deal: Wojciechowsksis Argumente überzeugen Copa-Cogeca nicht

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 11.10.2021 - 13:53

Als schwach und widersprüchlich werten die europäischen Bauernverbände die Argument der Kommission zur verzögerten Folgeabschätzung

Wojciechowski-Janusz-EU-Agrarkommissar

Der langersehnte technische Bericht über die "Farm to Fork"-Strategie vom Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission hätte bereits im Januar 2021 veröffentlicht werden können, berichtete kürzlich das Online-Nachrichtenportal Euractiv. Stattdessen hat ihn die Kommission mitten in der Brüsseler Sommerpause im August veröffentlicht. Inzwischen bestätigen andere Studien die JRC-Ergebnisse.

"Wir bedauern diese Verzögerung, besonders weil es in dieser Zeit nur eine Studie aus den USA zu diesem Thema gab", teilte der Dachverband der EU-Landwirte und -Genossenschaften Copa-Cogeca mit. In dieser Zeit hätten das EU-Parlament und der Rat bereits ausführliche Vorgespräche hinsichtlich der Auswirkungen der "Farm to Fork" (Vom Hof auf den Tisch)- und Biodiversitätstrategie auf Basis konkreter Daten und sogar unter Berücksichtigung der Grenzen der JRC-Studie führen können, kritisierte Copa-Cogeca.
 

Anpassungen gefordert

Die Argumente des EU-Agrarkommissars Janusz Wojciechowski, um diese Verzögerung zu rechtfertigen, seien wenig überzeugend und fügten sich nur in die Liste jüngster Widersprüche bezüglich dieser Angelegenheit ein, so der Verband.

Wojciechowski erwiderte in einer Reaktion auf die Vorwürfe via twitter, dass sich die Veröffentlichung der Studie vor allem aufgrund fachlicher Diskussionen über die richtige Methodik verzögert habe. Schließlich habe man sich dazu entschieden, die Studie zu den Auswirkungen der Farm-to-Fork-Strategie ohne weitere Anpassungen zu publizieren.

Dies täusche auch nicht über die Tatsache hinweg, dass die EU-Kommission immer noch keine umfassende Folgenabschätzung zu einem solchen politischen Schlüsselthema vorgelegt habe. Aktuell diskutiere auch niemand über die Lösungen und Lücken, auf die in den inzwischen veröffentlichten Studien hingewiesen wird, wie etwa das Carbon Leakage in Drittstaaten.

"Wir werden nur eine umfassende Bewertung anerkennen. Denn wir wollen verstehen, wo kumulative Effekte wahrscheinlich auftreten. Nur so können sich die Diskussionen über scheinbar willkürliche Ziele endlich hin zu konkreten Lösungen auf der Grundlage von Fakten und Daten bewegen", erklärte Copa-Cogeca.

Mit Material von aiz/AgE
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