Steuern

Gewinnglättung für Bauern

Agrarpolitik
Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Donnerstag, 14.11.2019 - 10:17

Der Bundestag ändert Einkommenssteuergesetz rückwirkend.

Berlin - Die bereits 2016 zugunsten der Landwirtschaft beschlossene dreijährige steuerliche Gewinnglättung wird nach der Genehmigung durch die EU-Kommission jetzt wirksam. Vergangenen Donnerstag verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das eine „Tarifermäßigung bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft“ in das Einkommensteuergesetz aufnimmt. Anstelle der Bemessung der Einkommensteuer des aktuellen Steuerjahres wird künftig ein glättender dreijähriger Durchschnittsgewinn herangezogen. Auf Antrag des Steuerpflichtigen wird die Neuregelung rückwirkend ab 2016 anwendbar. Sie ist bis zum Jahr 2022 befristet.

Der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Steuern im Ernährungsausschuss, Hans-Jürgen Thies, begrüßte die neue Regel. Hierdurch bestehe für land- und forstwirtschaftliche Betriebe die Möglichkeit, die Steuerprogression bei schwankenden Gewinnen abzumildern. Entgegen der von vielen Seiten geforderten Risikoausgleichsrücklage hat die Gewinnglättung dem CDU-Politiker zufolge den Vorteil, dass keine Kapitalrücklage gebildet werden muss und sich diese somit positiv auf die Liquidität auswirkt. Die Effekte der Tarifermäßigung müssten nun bewertet werden, um entscheiden zu können, „ob eine Entfristung in Zukunft sinnvoll erscheint“.

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken nannte die nach über drei Jahren endlich umgesetzte Tarifglättung „einen wichtigen Schritt zu einer Stärkung der einzelbetrieblichen Risikovorsorge“. In Zeiten zunehmender Wetterextreme und volatiler Märkte seien allerdings weitere Möglichkeiten für das Risikomanagement erforderlich. Dazu zählt für den Generalsekretär die Weiterentwicklung der Tarifglättung zu einer Risiko- oder Gewinnrücklage.