BBV-Landesversammlung

Gewässerrandstreifen: Söder zieht Landkarte ein

BriefeMehr als hundert Briefe von Bäuerinnen und Bauern übergaben die Bäuerinnen und Bauern an Ministerpräsident Söder.
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 02.12.2019 - 14:26

Die Gebietskulisse zu den Gewässerrandstreifen weist zu viele Fehler auf. Die Karte wird deshalb komplett zurückgezogen.

Am Samstagvormittag ist der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ins Haus der bayerischen Landwirtschaft nach Herrsching gekommen, um mit den Bäuerinnen und Bauern auf der Landesversammlung des BBVs zu diskutieren.

Ein Thema waren die zahlreichen Probleme beim Vollzug der Gewässerrandstreifen. Auf der Landesversammlung erklärte Söder dazu: "Die Karte zu den Gewässerrandstreifen ist fehlerhaft. Sie wird nächste Woche komplett zurückgezogen."

Die Karte hat das Umweltministerium erarbeitet. Bei der Veröffentlichung hatte das Ministerium bereits eingeräumt, dass auf die Kürze nicht alles umgesetzt werden konnte. Im Praxisabgleich zeigten sich sehr schnell Fehler. Der BBV riet deshalb, dort wo Unklarheiten auftreten, sollten sich Bauern ans Wasserwirtschaftsamt wenden und eine Klärung einfordern. Dazu gab es von Seiten des Verbandes ein Musterschreiben.

Riesiger Berg an Problemen

Nicht nur die Delegierten der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbandes hatten die Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten die aktuellen Sorgen und Probleme zu schildern, sondern es wurden auch mehr als hundert Briefe von BBV-Mitgliedern übergeben. „Bauern fühlen sich durch Berg an Auflagen förmlich erdrückt, sie spüren nicht die nötige Wertschätzung für ihre Arbeit“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl.

Der Berg an Problemen sei riesig. Deutlich wurde das durch einen Berg von persönlichen Briefen an Ministerpräsident Dr. Markus Söder, die von Harald Fischer (BBV-Kreisobmann Wunsiedel) und Michael Reck (BBV-Kreisobmann Schweinfurt) übergeben wurden.

Darin heißt es unter anderem:

  • „Es geht nicht um Jammern oder Opferrolle sondern um konkrete Existenzängste und Zukunftssorgen, die die Vielzahl an Maßnahmen und Auflagen bei mir auslösen.“
  • „Ich und meine Familie erwarten, dass Sie unsere Anliegen ernst nehmen und Ihre Politik grundlegend ändern. Entscheidungen müssen auf fachlich sachlicher Basis getroffen werden. Kriterien der Einstufung wie bei Roten Gebieten müssen nachvollziehbar sein und den echten Wirkungszusammenhang beschreiben. Maßnahmen müssen kooperativ erarbeitet und umgesetzt werden und nicht diktiert werden.“
  • „Wirtschaftliches Handeln muss weiterhin möglich sein, um meine Familie mit der Landwirtschaft ernähren zu können. Dazu dürfen in die EU keine Produkte eingeführt werden, die nicht nach den gleichen Standards erzeugt werden wie in der EU und in Deutschland. Und Deutschland und Bayern darf nicht zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Betriebe beschneiden.“